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Onko-News: Quiz

Unfreiwillige Bestrahlung

In Sciencefiction-Filmen sind die größten Übel des Kosmos Aliens, Asteroiden und Attacken durch andere Raumfahrende. Dabei lauert zwischen den Sternen eine viel größere Gefahr: Kosmische Strahlung. Deren Gefährlichkeit nimmt zu, je länger und tiefer Astronauten ins All vorstoßen. Bei starken Dosen drohen etwa Übelkeit, Haarausfall, Verbrennungen und ZNS-Schäden (akute Strahlenkrankheit); subakute Dosen können zum Beispiel das Krebsrisiko erhöhen. Dieses Risiko exakt zu bestimmen, ist schwer, nicht zuletzt weil sich die Strahlung aus den Tiefen des Alls auf der Erde langzeitexperimentell kaum simulieren lässt [Barcellos-Hoff MH et al. Life Sci Space Res (Amst). 2015;6:92-103].

So komplex das Problem, so simpel und rustikal die Lösung, die Ulrich Walter, Astronaut und Professor für Raumfahrttechnik an der TU Müchen, im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk vorschlägt [https://​bit.​ly/​2yQKq4r]: „Man kann zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit [nach einer 2,5-jährigen Marsmission], Krebs zu bekommen, so groß ist, dass ich ungefähr zwei Jahre meines Lebens durch Krebs verliere“. Unterstelle man, dass eine Krebserkrankung typischerweise erst nach 20 Jahren ausbricht, bedeute das, so Walter: „Ich würde nur zum Mars fliegen, wenn ich über 65 wäre. Denn wenn dann mit 85 der Krebs ausbricht — ja mei!“​​​​​​​

(Moritz Borchers)

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