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01.02.2016 | Psychiatrie | Ausgabe 1/2016

psychopraxis. neuropraxis 1/2016

NS-Euthanasie in Österreich von 1938–1945 (Teil 1)

Die Ereignisse – eine Rekapitulation

Zeitschrift:
psychopraxis. neuropraxis > Ausgabe 1/2016
Autor:
Univ.-Prof. Dr. Eberhard Gabriel

Zusammenfassung

Die NS-Euthanasie in Österreich ist in den letzten Jahren in den psychiatrischen Szenen des Landes auf unterschiedliche Weise und eher zunehmend thematisiert worden, wenngleich das regional sehr unterschiedlich ausgeprägt zu sein scheint. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die Massenermordungen unter der euphemistischen Bezeichnung „Euthanasie“ oder „Aktion Gnadentod“ vollzogen. Die Aktion wurde auch als Vernichtung lebensunwerten Lebens oder NS-Krankenmorde bekannt. Hintergrund und Grundlage der sog. NS-Euthanasie sind die nationalsozialistische Ideologie und das nationalsozialistische, nicht rechtsstaatliche Regime und seine Vollstrecker in der „gleichgeschalteten“ Gesellschaft.
Die Aktion T4 ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen in den Jahren 1940/41 während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. (Die systematische Ermordung „unwerten Lebens“ wurde bis zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und dem Untergang des „Dritten Reichs“ in anderer Organisationsform (dezentrale Krankenmorde) weiter ausgeübt.) Die stationären Institutionen, v. a. Heil- und Pflegeanstalten, wurden aufgefordert, auf standardisierten Meldebögen alle Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Schizophrenie, Epilepsie, senile Demenz, progressive Paralyse, einer Schwachsinnsform, Enzephalitis, Chorea Huntington oder anderen neurologischen „Endzuständen“ und langen Aufenthalten sowie geisteskranke Rechtsbrecher zu melden.

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Literatur
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