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02.08.2018 | Neuroendokrine Tumoren | Originalien Open Access

Radiopeptidtherapie – der „Mustang“ in der Therapie von neuroendokrinen Tumoren des gastroentero-pankreatischen Systems?

Zeitschrift:
Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel
Autor:
Prim. Prof. Mag. Dr. Michael Gabriel

Zusammenfassung

Die Behandlung mit radioaktiv markierten Somatostatinanaloga (SSTA), die sog. Radionuklidpeptidtherapie (PRRT), ist ein Verfahren, welches seit mehr als 20 Jahren klinische Anwendung findet. Bereits in den ersten Jahren der Anwendung hat sich das Potenzial dieses Therapieverfahrens aufgrund eindrucksvoller Einzelergebnisse gezeigt. Durch den Einsatz einer begleitenden Nierenschutzinfusion in Form von basischen Aminosäuren tritt die chronische Niereninsuffizienz als eine mögliche Nebenwirkung dieser Therapie nur selten auf. Mit einer kumulativen Ansprechrate von ca. 80 % der Patienten weist diese systemische Therapie bei Patienten mit einem metastasierten bzw. inoperablen neuroendokrinen Tumor (NET) eine beachtliche Effizienz auf, wobei ein primär gutes Ansprechen auch für die mittel- und langfristige Prognose ein positiver Prädiktor ist. Man kann davon ausgehen, dass bis zu einem Drittel der Patienten nach mehr als einer Dekade nach Erhalt dieser Therapie noch am Leben sind. Ein individualisierter Behandlungsansatz beinhaltet unter anderem auch die wiederholte Anwendung der PRRT im Falle einer wieder auftretenden Progression der Erkrankung. Während in den Anfängen dieses Therapieverfahrens häufig Patienten in einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium die PRRT als systemische Anwendung erhielten, wird heutzutage bereits in früheren Erkrankungsstadien diese Therapieform angewendet. Neue nuklearmedizinische Radiopharmaka bzw. Therapieschemata, wie z. B. Alphastrahler, radioaktiv markierte SSTA-Antagonisten oder die kombinierte Anwendung mit Chemotherapeutika, werden mittlerweile vielversprechend in Pilotstudien angewendet. Die fortlaufende Weiterentwicklung im klinischen Routinebetrieb setzt allerdings noch weitere klinische Studien voraus.
Literatur
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