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13.10.2021 | Onlineartikel

Neue Methode mit macht den Tumor hörbar

© Ordensklinikum Linz

Um Prostatakrebs-Metastasen in umliegenden Lymphknoten besser identifizieren und somit erfolgreich behandeln zu können, wird am Prostatazentrum des Ordensklinikum Linz erstmals in Österreich eine neue Methode via DaVinci-Roboter angewandt – die Gammasonden-gesteuerte Entfernung von Lymphknotenmetastasen.

Mit bisher fast 3.500 erfolgreichen Prostata-Eingriffen mit dem DaVinci-Roboter zählt Oberösterreichs erstes Prostatazentrum am Ordensklinikum Linz zu den österreichweit führenden Zentren auf diesem Gebiet. Und diese Expertise wurde nun durch eine neu entwickelte robotergesteuerte Methode, der Tc99m-PSMA-radioguided Surgery (Prostataspezifisches Membranantigen) erweitert. Prostatakrebs-Metastasen in umliegenden Lymphknoten sind häufig so klein, dass sie mit herkömmlichen Bildgebungsmethoden MRT oder CT nicht sicher identifiziert werden können. „Mit dieser neuen Methode bzw. robotergesteuerten Sonde gelingt es besser als bisher, selbst sehr kleine Metastasen und von Tumorzellen befallene Lymphknoten zu identifizieren und dann auch erfolgreich zu behandeln. Das schnelle Entfernen von eventuell neu wachsenden Krebsherden im Bereich des Tumors ist en-scheidend für den dauerhaften Therapieerfolg“, betont Prim. Dr. Wolfgang Loidl, Vorstand der Urologie am Ordensklinikum Linz.

Gammasonde macht Krebszellen im OP hörbar

Am sensitivsten werden Metastasen eines Prostatakarzinoms heutzutage mithilfe der PET-CT-Diagnostik dargestellt. Dazu wird eine radioaktiv markierte Substanz verwendet, welche die Krebszellen markiert und diese am Bildschirm aufleuchten lässt. Allerdings ist es nicht unbedingt einfach, tumorbefallene Lymphknoten während der Operation aufzuspüren.
Das neue Verfahren, die Tc99m-PSMA-radioguided surgery, funktioniert nach dem gleichen Prinzip, um während der OP die winzigen Metastasen aufzuspüren und zu entfernen. „Die PSMA-Radioliganden lassen sich mit der neuen Methode nun intraoperativ nutzen. Bei der Tc99m-PSMA-radioguided surgery kann nun die Strahlung im Gewebe während der OP mittels einer Gammasonde ähnlich wie ein Geigerzähler gemessen werden. Die Gammasonde wird durch einen kleinen Kanal in den Bauch des Patienten eingeführt, vom DaVinci-Roboterarm gefasst und kann dann in alle Positionen gedreht werden, um den radioaktiv markierten Tumor zu finden. Diese „Drop-in-Sonde“ gibt entsprechende Töne ab, je näher sie dem befallenen Gewebe kommt. Dies steigert die Möglichkeit der Auffindung und somit Entfernung von tumorbefallenen Lymphknoten drastisch. Wir wenden diese Methode an unserem Prostatazentrum nun österreichweit erstmals an,“ sagt Prim. Dr. Loidl.
Voraussetzung für die Tc99m-PSMA-radioguided Surgery ist eine für den Menschen unschädliche radioaktive Substanz, die sich an der Oberfläche der Tumorzellen anreichert und so Prostatakarzinom-Metastasen radioaktiv markiert.
Während der Operation gehen die Urologen mit einer Gammasonde über das Operationsfeld. Ertönt ein akustisches Signal, ähnlich wie dem eines Geigerzählers, befinden sich unter der Sonde Krebszellen. Diese werden vom Operateur entfernt.

Quelle:
Pressemitteilung des Ordensklinikum Linz vom 08. Oktober 2021

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