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22.01.2020 | original article | Ausgabe 1/2020 Open Access

neuropsychiatrie 1/2020

Mortalität von Patientinnen und Patienten auf einer Abteilung für Alterspsychiatrie in Graz, Österreich – Eine retrospektive Fall-Kontroll-Studie

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 1/2020
Autoren:
Éva Rásky, Erwin Stolz, Christian Jagsch
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Grundlagen

Trotz der demografischen Entwicklung und der steigenden Zahl der psychiatrischen Erkrankungen älterer Menschen gibt es nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen zu den Merkmalen von Patientinnen und Patienten in der Alterspsychiatrie und zu deren Sterblichkeit. In dieser retrospektiven Fall-Kontroll-Studie werden Patientendaten untersucht, um festzustellen, in welchen Merkmalen sich die dort verstorbenen von den entlassenen Patientinnen und Patienten unterscheiden.

Methodik

Insgesamt wurden 284 Patientenakten der Abteilung für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie des Landeskrankenhaus Graz II ausgewertet. Zwischen 01.01.2015–31.12.2017 verstarben 51 Frauen und 91 Männer (= Fälle) im Krankenhaus. Diese wurden mit 142 nach Geschlecht gematchten und im selben Zeitraum entlassenen Patientinnen und Patienten (= Kontrollgruppe) verglichen. Die Auswertung erfolgte mittels logistischer Regressionsmodelle.

Ergebnisse

Die auf der alterspsychiatrischen Station verstorbenen Patientinnen und Patienten waren deutlich älter und bei deutlich schlechterer physischer Gesundheit als die entlassenen Patientinnen und Patienten. Die Verstorbenen hatten gegenüber den Entlassenen eine 2,7-fach erhöhte Chance für eine ischämische Herzkrankheit, eine 2,5- bzw. 3‑fach erhöhte Chance aus einem Pflegeheim bzw. aus einem Krankenhaus überwiesen worden zu sein sowie eine 3‑fach erhöhte Chance für einen geringen funktionellen Status. Die Verstorbenen hatten zudem eine 4‑fach erhöhte Chance hoher CRP-Werte und einer Delir Diagnose gegenüber den Entlassenen.

Schlussfolgerungen

Die verstorbenen Patientinnen und Patienten hatten einen erheblich schlechteren Gesundheitszustand und waren eher delirant verglichen mit den entlassenen Patientinnen und Patienten. Strukturell müssten gesundheitspolitische Vorkehrungen getroffen werden, damit nicht unnötige Transfers in alterspsychiatrische Abteilungen notwendig werden.

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