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16.12.2020 | Leben | Online-Artikel

Ausstellung zum Jahreswechsel

Moderne Ikonen in Baden

verfasst von: Verena Kienast

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Mit ihren klaren Formen und ihrer klaren, goldhinterlegten Farbgebung hat die Ikonenmalerei die Darstellung biblischer Figuren vor allem in den christlich-orthodoxen Religionen geprägt – sie beeindruckt aber auch durch die reine Bildwirkung. Der österreichische Ikonenmaler Anton Wollenek, Vater des österreichischen Herzchirurgen Gregor Wollenek, hat diese Form der christlichen Kunst in eine moderne Version übergeleitet. 

Zu seinem 100. Geburtstag zeigt das Haus der Kunst in Baden bei Wien zum Jahreswechsel das künstlerische Lebenswerk von Anton Wollenek: „Moderne Ikonen“.

Ikonen werden bis heute von allen christlichen Kirchen als lebendiges Erbe ihrer eigenen Tradition und Zeichen der gemeinsamen Grundlagen des Glaubens wahrgenommen. Sie sind die bildhaften Übersetzungen der Heiligen Schrift und die Motive und Typen der klassischen Ikonenmalerei sind in der mittelalterlichen byzantinischen Ikonographie fest vorgegeben.

Anton Wollenek hat diese Tradition erneuert und um zeitgenössische Komponente des aktuellen geistigen Verständnisses erweitert. Er gilt als der Schöpfer einer modernen und dialogischen Ikonen-Malerei, die sich auf die Überlieferungen der westlichen Kirchen und der Orthodoxie Osteuropas stützt und sich an die Menschen unserer Zeit wendet. Aber gleich, wie sich die klassischen Ikonen an das Empfinden und die Seele des Betrachters richten, tun dies die Modernen Ikonen, die in einer alten, aber eher selten angewandten Technik als flache Reliefs in Vollholztafeln geschnitten, vergoldet und bemalt sind.

Techniker und Ikonenmaler

Die Auseinandersetzung mit der Kunst der Ikonen begann für den 1920 in Salzburg geborenen Anton Wollenek in den Kriegsjahren in Osteuropa. Schon während seines Studiums der Elektrotechnik beschäftigte er sich selbst mit der Ikonenmalerei und seine Modernen Ikonen fanden in der ersten Ausstellung 1967 im Beethovenhaus in Baden bei Wien Anerkennung in der Fachwelt.

Während er im bürgerlichen Beruf als Elektrotechniker und staatlich befugter und beeideter Zivilingenieur für Elektrotechnik beschäftigt war, zeigte er in mehr als 80 internationalen Ausstellungen seine künstlerischen Werke: Die Modernen Ikonen, die in zahlreichen Kunstsammlungen und Kirchen vertreten sind, so u. a. im Österreichischen Hospiz in Jerusalem. Auch eine der ersten Briefmarken des neuen Palästina zeigt eine Ikone von Prof. Dipl-Ing. Dr.-techn. Anton Wollenek als Motiv und die österreichische Weihnachtsbriefmarke 1994 zeigt seine moderne Ikone "Die Geburt des Christus". 2009 verstarb Anton Wollenek. Die aktuelle Ausstellung findet zu seinem 100. Geburtstag statt.

MODERNE IKONEN von Anton Wollenek

20. 12 .2020 bis 10. 1. 2021 (außer 24. - 28.12.)

Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr

Information und Führungen: E-Mail: gregorwollenek@gmail.com, Tel.: 0676-3064300

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