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Gustav Klimt und die Medizin: Wie Kunst und Wissenschaft Wien um 1900 prägten

Eine Ausstellung im Wiener Josephinum zeigt Gustav Klimt neu – als Chronisten des Lebens zwischen Geburt, Krankheit und Tod

 Gustav Klimt, bekannt als Maler des Goldes und der Sinnlichkeit, zeigt sich in einer neuen Sonder-Ausstellung im Wiener Josephinum von einer anderen Seite: als präziser Beobachter der Medizin. Die Schau verdeutlicht die enge Verbindung von Kunst und Wissenschaft um 1900.

Gustav Klimt malte das monumentale Gemälde „Die Medizin“ in den Jahren um 1900. Das als Fakultätsgemälde gedachte Bild wurde im Nationalsozialismus zerstört und nun durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz rekonstruiert. Die detaillierte Nachbildung wurde am 13. November 2025 an der Fassade eines Forschungsgebäudes der MedUni Wien enthüllt.


Klimt studierte Anatomie, schaute durch Mikroskope und ließ sich von Zellen, Gewebe und Körperformen inspirieren. Was er sah, verwandelte er in Kunst. Seine Werke erzählen nicht nur von Schönheit, sondern auch von Vergänglichkeit. Geburt, Krankheit und Tod stehen gleichberechtigt nebeneinander. 
Gerade das machte ihn zum Skandal. Sein Fakultätsbild „Medizin“ widersprach den Erwartungen. Statt Fortschritt zeigte er die Zerbrechlichkeit des Menschen. Auftraggeber waren irritiert, das Werk wurde abgelehnt. Heute wirkt dieser Blick modern. 
Die Ausstellung ordnet Klimt in seine Zeit ein: Wien als „Labor der Moderne“, in dem Ärzte, Künstler und Denker im Austausch standen. Anatomie war nicht nur Wissenschaft, sondern auch Quelle der Ästhetik. Das Josephinum, selbst ein Ort medizinischer Geschichte, wird so zum idealen Schauplatz. 

Sonderausstellung im Josephinum widmet sich Österreichs Ausnahmekünstler Gustav Klimt.

Josephinum – Medizinhistorisches Museum Wien
Währinger Straße 25, 1090 Wien; www.josephinum.ac.at
Öffnungszeiten Mi-Sa, 10.00-18.00 Uhr, Do, 10.00-20.00 Uhr
Sonderausstellung „Gustav Klimt und die Medizin. Bilder zum Fluss des Lebens“
Ausstellungsdauer: 26. März – 27. Juni 2026
Kurator: Tobias G. Natter


Die Botschaft ist klar: Klimt war mehr als ein Maler schöner Oberflächen. Er zeigte das ganze Leben – in seiner Härte und seiner Wahrheit. 
Die Ausstellung ordnet Klimt in seine Zeit ein: Wien als „Labor der Moderne“, in dem Ärzte, Künstler und Denker im Austausch standen. Anatomie war nicht nur Wissenschaft, sondern auch Quelle der Ästhetik. Das Josephinum, selbst ein Ort medizinischer Geschichte, wird so zum idealen Schauplatz. 

Dr. Christiane Druml, Direktorin des Josephinum



Das Interview mit der Direktorin der Sammlungen der MedUni Wien, Dr. Christiane Druml, führt Martin Krenek-Burger.

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Bildnachweise
Bild, Bild/© Medizinische Universität Wien/APA-Fotoservice/Schedl, Bild/© Daniel Hinterramskogler