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01.06.2013 | originalarbeit | Ausgabe 2/2013

neuropsychiatrie 2/2013

Mechanische Bewegungseinschränkungen: Die klinische Praxis an einer psychiatrischen Universitätsklinik

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 2/2013
Autoren:
Dr. Beatrice Frajo-Apor, Immina Macha, Georg Kemmler, Ullrich Meise

Zusammenfassung

Grundlagen

Das Image der Psychiatrie ist in der Öffentlichkeit immer noch von Bildern der Repression geprägt, und die Häufigkeit der gegen den Willen der Patienten erfolgten Einweisungen, Fixierungen, Isolierungen oder der unfreiwilligen Verabreichung einer Medikation wird als Qualitätsindikator für die stationäre psychiatrische Behandlung angesehen. Da es sich um gravierende Eingriffe in individuelle Persönlichkeitsrechte handelt, ist der Umgang mit Zwang und Freiheitsentziehung für die Psychiatrie eine ethische Herausforderung. Ziel dieser Untersuchung war es, die „Fixierungspraxis“ einer Universitätsklinik in Österreich zu beschreiben.

Methodik

In der vorliegenden Studie wurden mittels retrospektiver Datenanalyse alle Aufnahmen im geschlossenen Bereich des Departments für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Innsbruck erfasst. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich von Juli bis Dezember 2009.

Ergebnisse

Im Erhebungszeitraum erfolgten 529 Aufnahmen nach dem UbG. Bei 148 aufgenommenen Patienten wurde zumindest einmal eine Fixierung angeordnet. Die Wahrscheinlichkeit einer Fixierung stieg mit zunehmendem Alter der Patienten an und auch die Anzahl der Fixierungen hing vom Alter und der Diagnose ab. Patienten aus der ICD-Diagnosegruppe F0 wurden am häufigsten und durchschnittlich am längsten fixiert. Als Grund für eine Fixierung wurde überwiegend „Selbstgefährdung“ genannt. „Fremdgefährdung“ wurde in etwa 14 % angegeben. Patienten mit Fremdgefährdung wurden signifikant häufiger 5-Punkt- fixiert, während bei Patienten ohne Fremdgefährdung eine Bewegungsbeschränkung mittels Bettgitter und/oder Bauchgurt überwog.

Schlussfolgerungen

Ein Vergleich dieser Daten mit jenen aus anderen Zentren, in europäischer aber auch bereits auf österreichischer Ebene ist aufgrund der unterschiedlichen Dokumentationsarten eingeschränkt. Ein einheitliches Vorgehen im Sinne eines effektiveren Qualitätsmanagement wäre hier wünschenswert.

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Literatur
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