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Ärzte Woche

04.04.2022 | Mazhar

Es werde Lenz!

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© Markus / stock.adobe.com

Wenn die höchsten Gipfel der Alpen noch mit Schnee bedeckt sind, lugen wir hinüber in die grünen Täler und Ebenen jenseits des Sperrgebirges. Imaginieren Besuche der römischen und florentinischen Kulturstätten, denken ernsthaft über einen Osterurlaub in Verona nach oder gehen im Geiste eine antike Straße entlang. Im Gepäck: die aktuellen Lieblingsbücher.

Italiens wieder entdeckte Straße

„Die Linie, die Linie“ – beinahe halluziniert Paolo Rumiz, wenn er über seinen Marsch auf der historischen Via Appia schreibt. Der Reiseschriftsteller will die vergessene erste Straße des Imperiums den Menschen zurückgeben, den Italienern selbst, die den Weg oft genug als Steinbruch benutzen und auch den Touristen. 

Dazu muss er die Trasse aber erst finden und freilegen: 540 km auf den Spuren von Horaz und dem hl. Petrus, von Langobarden, Sarazenen und Normannen. Ein Weg auf sonnengebleichten, von jahrtausendelangem Betritt gezeichneten Pflastersteinen, vorbei an überwucherten Baudenkmälern der Antike, mittelalterlichen Kirchen, an Autobahnen, Parkplätzen und neureichen Protzvillen. Die Via Appia trägt als einzige römische Straße den Nachnamen ihres Erbauers von 312 v. Chr., des Staatsmannes Appius Claudius Caecus („der Blinde“), und ist nicht nach einem Geschlecht benannt wie die Via Emilia des Marcus Emilius Lepidus. Die Straße Rom-Brindisi führte an Sitzen der mit Appius verbündeten Familien vorbei, die außerhalb der Stadt lebten.

Blatt für Blatt ins Naturparadies


Spätestens wenn die ersten Bärlauchsammler bücklings im Gehölz herumstreifen, weiß man, dass ein Biotop aus seinem Winterschlaf erwacht. Der Wald hat für uns Österreicherinnen und Österreicher eine schier magische Anziehungskraft. Diese Sehnsucht nach der Natur sollte möglichst von klein auf mit Wissen gepaart werden. Während in den vergangenen Jahren diesbezüglich hervorragende Werke für Erwachsene auf den Markt kamen, schauten die Kleinen eher durch die Stämme als auf den Wald. Der heimische Leykam-Verlag, der letztens regelmäßig durch hervorragende Kinderbücher auf sich aufmerksam machte (wir stellten vor Kurzem Faszination Krake – Wesen einer unbekannten Welt vor), hat nun Abhilfe geschaffen und ein wunderschönes Buch zum Thema Wald publiziert. Darin kann man lesen, zeichnen, kritzeln und kleben. Selbstverständlich klimaneutral und plastikfrei!

Die Kunst der Begierde

„Je rigider die Sexualmoral einer Gesellschaft, desto nackter werden die Heiligen in der katholischen Bilderwelt, umso mehr blitzt der Busen der büßenden Maria Magdalena unter ihren langen Haaren hervor.“ Überhaupt Maria von Magdala – sie ist seit Jahrtausenden die Projektionsfläche für Männerfantasien schlechthin. 

Der Autor, der Theologe Markus Hofer, hat dafür eine ebenso einfache wie glaubhafte Erklärung: Die Sexualität ist eine starke Kraft, die man nicht unterschätzen darf. All das Unterdrücken und Zudecken hat die Sexualität nicht aus der Kunst verschwinden lassen: die Gemächte, die Männer-Hintern, die Dekolletés, die schmachtenden Büßerinnen. Das Alte Testament enthält viele Geschichten rund um Nacktheit und Sexualität, Geschichten, die wiederum zum Vorwand für Nacktheit in der religiösen Kunst dienten. Nicht zu vergessen, dass manch kühne Darstellung für angesehene, zumeist männliche Auftraggeber geschaffen wurde.

Für die Ewigkeit gebaut

Rom ist ein klassisches Reiseziel für die nahenden Ostertage. Daher seien an dieser Stelle zwei Bücher erwähnt, die das Vergnügen einer römischen Stadtbesichtigung enorm steigern können. Beide Bücher konzentrieren sich freilich auf eine Zeit, als man in Rom noch Weltgeschichte formte. 

Die Straßen von Rom ist ebenfalls ein anschauliches Werk, beschreibt aber mehr den Lebensalltag des antiken Durchschnittsrömers. Der wurde zwar weniger Opfer von Giftattentaten, riskierte es dafür, auf offener Straße hinterrücks von „Wildpinklern“ attackiert zu werden ….


Metadaten
Titel
Es werde Lenz!
Schlagwort
Mazhar
Publikationsdatum
04.04.2022
Zeitung
Ärzte Woche
Ausgabe 14/2022