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26.01.2018 | Originalien | Ausgabe 2/2018 Open Access

Pädiatrie & Pädologie 2/2018

Management von Jugendlichen mit Transidentität

Zeitschrift:
Pädiatrie & Pädologie > Ausgabe 2/2018
Autor:
Dr. Stefan Riedl
Wichtige Hinweise
Erstveröffentlichung in Journal für Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel (2017) 10:55–59. https://​doi.​org/​10.​1007/​s41969-017-0005-4.

Zusammenfassung

Hintergrund

Nichtgeschlechtskonformes Verhalten oder Transidentitätsvorstellungen kommen im Kindesalter gelegentlich vor und sind meist vorübergehend, persistieren aber bei jedem Fünften und führen zu zunehmender Geschlechtsdysphorie ab Pubertätseintritt. Mittlerweile wurde eine hormonelle Behandlung ab einem frühen Pubertätsstadium etabliert, die zu einer Linderung der Geschlechtsdysphorie und einer deutlichen Besserung der Lebensqualität führt.

Methoden

Wege zur Diagnosestellung, aktuelle Epidemiologie, Felder der Ursachenforschung und therapeutisches Management (GnRH-Analoga zur Pubertätsarretierung ab 12 Jahren und einem mittleren Pubertätsstadium; gegengeschlechtliche Hormontherapie ab 16 Jahren) werden anhand der rezenten medizinischen Literatur diskutiert.

Ergebnisse

Transidentes Empfinden/Geschlechtsdysphorie wird bei etwa 1 % der Jugendlichen gefunden. Begleitend besteht in 30–75 % eine psychiatrische Komorbidität (Depression, Angststörung, Verhaltensstörung, Suizidgedanken). Nach bisheriger Studienlage kann eine hormonelle Behandlung im Pubertätsalter zu einer deutlichen Verbesserung des psychosozialen Wohlbefindens und der Lebensqualität führen. Geschlechtsangleichende Operationen bleiben Patienten >18 Jahren vorbehalten.

Diskussion

Eine Hormontherapie bei transidenten Jugendlichen lindert effektiv die vorliegende Geschlechtsdysphorie und stoppt, bei frühzeitigem Beginn, die somatische Stigmatisierung im unerwünschten biologischen Geschlecht. Ein hochselektiver diagnostischer Prozess durch ein interdisziplinäres Gender-Team mit regelmäßigen Fallkonferenzen ist unabdingbare Voraussetzung, um spätere Reuefälle zu verhindern.
Literatur
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