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01.11.2017 | Originalien | Ausgabe 4/2017

Journal für Urologie und Urogynäkologie/Schweiz 4/2017

Langzeitergebnisse der Harnröhrenplastik mit Mundschleimhaut

Eine Serie von mehr als 1000 konsekutiven Patienten

Zeitschrift:
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Schweiz > Ausgabe 4/2017
Autoren:
Mikhail Borisenkov, Abhishek Pandey, Jörn Beier, Hansjörg Keller
Wichtige Hinweise

Dieser Beitrag wird auch im Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 2017, DOI https://​doi.​org/​10.​1007/​s41972-017-0012-0 veröffentlicht.

Zusammenfassung

Ziel

Die Rekonstruktion langstreckiger Harnröhrenstrikturen mittels Gewebeersatz („oral mucosal graft“, OMG) gilt als Goldstandard. Wir präsentieren die bislang größte Serie mit Langzeitergebnissen.

Material und Methoden

Zwischen 04.1994 und 03.2016 wurden 968 langstreckige Rezidivurethrastrikturen einzeitig und 39 mehrzeitig mittels OMG rekonstruiert (n = 1007). Anzahl der Voroperationen: 5,17 (1–34), Patientenalter: 50,4 Jahre (2–89), mittlere Strikturlänge: 9,4 cm (1–25, Median 7 cm). Die Transplantation erfolgte ausschließlich ventral. Die Follow-up(FU)-Untersuchungen beinhalteten Uroflowmetrie und Restharnkontrolle (prospektiv standardisiert 3‑monatlich im 1. Jahr und danach jährlich auf Dauer) sowie standardisierte Patient-self-reported-Fragebogen zur Lebensqualität und Morbidität und dazu, ob der Eingriff weiterempfohlen oder bei Rezidiv erneut gewählt würde.

Bei einem Flow <20 ml/sec, einem Restharn >50 ml oder Harnwegsinfekten empfahlen wir eine Urethroskopie und/oder ein Urethrogramm.

Ergebnisse

Von 885/1007 Patienten (88 %) liegen auswertbare Daten bezüglich Rezidivverhalten vor, davon 850 einzeitige und 35 mehrzeitige Harnröhrenplastiken. Von diesen 88 % sind 91 % (805/885) nach mittlerem FU von 58,5 Monaten (2–230) rezidivfrei.

Von 78 % aller Patienten (785/1007) liegen uns die Daten zur Zufriedenheit und Weiterempfehlung vor. 97 % (n = 764) dieser Patienten sind zufrieden/hoch zufrieden und würden den Eingriff wieder wählen und anderen empfehlen. Von den bezüglich Zufriedenheit und Weiterempfehlung auswertbaren 785 Patienten lag bei 52 (7 %) Patienten ein Rezidiv der Harnröhrenstriktur vor. 90 % dieser Rezidivpatienten würden den Eingriff trotzdem wieder wählen und anderen empfehlen. 2 % (16/785) waren unzufrieden, obwohl kein Rezidiv aufgetreten war.

Schlussfolgerung

Diese bislang größte ausgewertete Serie unterstreicht eindrucksvoll, dass die Harnröhrenplastik mit Mundschleimhaut die Therapie der Wahl bei Rezidivurethrastrikturen ist und auch langfristig exzellente Ergebnisse liefert.

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Literatur
Über diesen Artikel

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