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Menorrhagie in der Adoleszenz

Diagnostische Fallstricke und Behandlungsstrategien

Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Zyklusstörungen sind ein häufiges gynäkologisches Problem bei Jugendlichen. Die verstärkte Menstruation („heavy menstrual bleeding“, HMB) in Form von Hypermenorrhoe und Menometrorrhagie ist eine klinische Herausforderung. Sie kann die Lebensqualität von jungen Frauen erheblich beeinträchtigen. Während die meisten Fälle auf die physiologische Unreife der hypothalamisch-hypophysär-ovariellen Achse zurückzuführen sind, dürfen andere pathologische Ursachen – insbesondere angeborene Blutungsleiden – nicht übersehen werden.

Ziel

Diese Übersichtsarbeit hat zum Ziel, diagnostische Fallstricke sowie Behandlungsstrategien für HMB bei Jugendlichen zusammenzufassen, mit besonderem Schwerpunkt auf der Erkennung und Behandlung von angeborenen Blutungsleiden und der individuellen Anpassung der Therapie an die besonderen Bedürfnisse der jugendlichen Patientinnen.

Methoden

Wir haben aktuelle Literatur, Leitlinienempfehlungen sowie illustrative klinische Fälle zusammengefasst, um einen strukturierten Überblick über diagnostische und therapeutische Ansätze bei HMB bei Jugendlichen zu geben.

Ergebnisse

Die Mehrheit der HMB-Fälle bei Jugendlichen ist auf anovulatorische Zyklen zurückzuführen. Bis zu 20 % der betroffenen Jugendlichen haben eine zugrundeliegende vermehrte Blutungsneigung, am häufigsten eine Von-Willebrand-Erkrankung, eine Thrombozytopenie/-pathie oder ein Blutungsleiden unklarer Ursache. Eine sorgfältige familiäre und individuelle Blutungsanamnese, unterstützt durch gezielte Labordiagnostik, ist entscheidend, um die Ursache zu identifizieren. Die Behandlung umfasst supportive Maßnahmen, wie eine Eisensubstitution, akute Maßnahmen wie hoch dosierte Hormonregime und Blutprodukte sowie Langzeitoptionen wie kombinierte hormonelle Kontrazeptiva und hormonfreisetzende Intrauterinpessare. Individualisierte, an das Alter angepasste Diagnose- und Behandlungspläne sind für die Lebensqualität betroffener Jugendlicher unerlässlich.

Schlussfolgerung

HMB bei Jugendlichen erfordert einen strukturierten diagnostischen Ansatz und individualisierte Behandlungspläne. Ein gesteigertes Bewusstsein für die konsequente Anwendung von Leitlinien und evidenzbasierten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen kann die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen verbessern.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
Zyklusunregelmäßigkeiten und Veränderungen von Länge und Stärke der Menstruation (HMB) gehören zu den häufigsten gynäkologischen Beschwerden bei Jugendlichen. Sie können erhebliche körperliche, emotionale und soziale Belastungen mit sich bringen, wie Fehlzeiten in der Schule und bei sozialen Aktivitäten sowie eine verminderte Lebensqualität [14]. Die Prävalenz von HMB bei Jugendlichen wird auf bis zu 20 % geschätzt, dürfte jedoch vermutlich höher liegen, da Symptome von Patientinnen und ihren Familien häufig nicht berichtet oder als normal angesehen werden.
In den Jahren unmittelbar nach der Menarche sind Menstruationszyklen oft unregelmäßig, was auf die physiologische Unreife der hypothalamisch-hypophysär-ovariellen (HPO) Achse zurückzuführen ist. Bis zu 80 % der Zyklen in den ersten beiden Jahren nach der Menarche sind anovulatorisch, was zu abnormen uterinem Blutverlust führen kann. Die Unterscheidung zwischen noch normalen Zyklusvarianten der pubertären Entwicklung und tatsächlich pathologischen Zuständen ist entscheidend, um unnötige Untersuchungen und unangemessene Behandlungen zu vermeiden [5].
HMB bei Jugendlichen kann auch die erste klinisch relevante Manifestation eines angeborenen Blutungsleidens sein [6]. Studien deuten darauf hin, dass 5–20 % der Jugendlichen mit HMB ein zugrundeliegendes Blutungsleiden aufweisen, wobei die Von-Willebrand-Erkrankung (VWE) die häufigste Diagnose darstellt [7, 8].
Dieser Artikel gibt einen Überblick zur rationalen Diagnose und Behandlung von HMB bei Jugendlichen – mit besonderem Fokus auf ursächliche Störungen der Blutgerinnung.

Physiologische Menstruationsmerkmale bei Jugendlichen

Die Menarche stellt einen wichtigen Meilenstein in der pubertären Entwicklung des Mädchens dar. Das durchschnittliche Alter liegt typischerweise zwischen 12 und 13 Jahren, mit einer erheblichen Variationsbreite zwischen 10 und 15 Jahren [9].
Im ersten Jahr nach der Menarche beträgt die durchschnittliche Zykluslänge etwa 32 Tage, mit einer breiten normalen Spanne von 21 bis 45 Tagen [9]. Bis zu 80 % der Zyklen in den ersten beiden Jahren sind anovulatorisch, was in erster Linie auf die Unreife der pulsartigen Freisetzung des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH) und deren Auswirkungen auf die Sekretion von luteinisierendem Hormon (LH) und follikelstimulierendem Hormon (FSH) zurückzuführen ist. Anovulatorische Zyklen können zu Meno- und Metrorrhagien oder zu Phasen der Oligo- und Amenorrhoe führen [10]. Es wird angenommen, dass bis zum Ende des 5. Jahres nach der Menarche ca. 80–90 % der Jugendlichen ovulatorische Zyklen haben [11, 12].
Als normal im Jugendalter wird eine Blutungsdauer unter 7 Tagen mit einem Blutverlust von weniger als 80 ml pro Zyklus angesehen. Die durchschnittliche Jugendliche verwendet während der Menstruation zwischen 3 und 6 Binden oder Tampons pro Tag. Subjektive Angaben zum geschätzten Blutverlust sind unzuverlässig. In der klinischen Praxis haben sich objektivierende Erhebungsinstrumente, wie das „Pictorial Blood Loss Assessment Chart“ [13] und Zykluskalender als hilfreich erwiesen, um einen physiologischen Zyklus von einem pathologischen zu unterscheiden und gleichzeitig den Schweregrad der Blutung einschätzen zu können ([14, 15]; Abb. 1).
Abb. 1
PBAC-Tabelle zur semiquantitativen Erfassung der Menstruationsstärke. Das Pictorial Blood Loss Assessment Chart (PBAC) dient der standardisierten Erfassung der Blutungsstärke/-verlust über die Dauer einer Woche (hier Tage 1 bis 8). Ein Gesamtpunktwert von ≥ 100 pro Zyklus gilt als Hinweis auf HMB. Die PBAC-Tabelle kann sowohl zur Erstdiagnostik als auch zur Therapiekontrolle bei Jugendlichen mit HMB eingesetzt werden. (Mod. nach [13])
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Abnorme uterine Blutungen – Definition und Klassifikation

Abnorme uterine Blutungen umfassen alle Menstruationsblutungen, die in Dauer, Menge, Häufigkeit oder Regelmäßigkeit vom physiologischen Muster abweichen. Die Unterscheidung zwischen normalen Zyklusunregelmäßigkeiten aufgrund der unreifen HPO-Achse in den ersten Jahren nach der Menarche und pathologischen Blutungen ist entscheidend, da Letztere eine gezielte Diagnostik und gegebenenfalls Therapie erfordern.
Die wichtigsten Kriterien einer abnormen Menstruationsblutung sind [11]:
  • Erforderliches Wechseln von Binden/Tampons häufiger als alle 3 h
  • Mehr als 21 Binden/Tampons pro Zyklus
  • Blutkoagel mit einem Durchmesser über 2,5 cm
  • Blutungsdauer länger als 7 Tage
  • Zwischenblutungen
  • Zyklusintervalle von weniger als 21 oder mehr als 45 Tagen über das erste Jahr nach der Menarche hinaus
  • Nachweis einer Anämie
Abnorme uterine Blutungen im Jugendalter können sich in unterschiedlichen Zyklusmustern äußern [10]:
  • Polymenorrhoe: Definiert als Zyklen mit Intervallen von weniger als 21 Tagen; häufig während der frühen Adoleszenz aufgrund von Anovulation, aber typischerweise selbstlimitierend.
  • Oligomenorrhoe: Zyklen mit Intervallen von mehr als 45 Tagen; häufig in den ersten Jahren nach der Menarche und meist Ausdruck ovulatorischer Unreife, nicht von Pathologie.
  • Menorrhagie: Verlängerte Blutung über 7 Tage, zumeist Folge anovulatorischer Zyklen. Sie kann allerdings schwer von einer pathologischen Blutung bei Blutungsleiden zu unterscheiden sein.
  • Menometrorrhagie: Azyklische, langanhaltende Blutungen; anhaltende Schmierblutungen in der Adoleszenz, auch „juvenile Dauerblutung“ genannt. Zumeist Folge anovulatorischer Zyklen, können aber auch bei schweren Störungen der plasmatischen Gerinnung, bei einer Thrombozytopenie und bei schweren Störungen der Thrombozytenfunktion vorkommen.

Ätiologie abnormer uteriner Blutungen

Abnorme uterine Blutungen einschließlich HMB bei Jugendlichen sind überwiegend auf nichtstrukturelle Ursachen zurückzuführen. Kausal sind Ovulationsstörungen und Blutgerinnungsstörungen am häufigsten.

Ovulationsstörungen

Ovulationsstörungen sind die häufigste Ursache von abnormen uterinen Blutungen in den ersten Jahren nach der Menarche [11]. Bis zu 80 % der Zyklen in den ersten 2 Jahren nach der Menarche sind anovulatorisch [11]. Follikelpersistenz und das dadurch resultierende Ausbleiben der Corpus-luteum-Bildung resultiert in eine übermäßige Proliferation des Endometriums ohne Gestagen-bedingte Transformation und nachfolgende Durchbruchblutung.
Ovulationsstörungen können vorübergehend sein, während die HPO-Achse reift, sie können jedoch auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie dem polyzystischen Ovarsyndrom (PCO-Syndrom), stehen [16].

Gerinnungsstörungen

Bei bis zu 20 % der Jugendlichen mit HMB liegt eine Störung der Blutgerinnselbildung vor [6, 17, 18].
Häufige Ursachen:
  • Von Willebrand Erkrankung (VWE)
  • Blutungsleiden unbekannter Ursache („bleeding disorder of unknown cause“, BDUC)
  • Thrombozytopenie.
Weniger häufige und andere Ursachen:
  • Überträgerstatus für Hämophilie A/B
  • Thrombozytenfunktionsstörungen ± -penie (angeboren)
  • Seltene und kombinierte Gerinnungsfaktormängel
  • Medikamente (insbesondere Acetylsalicylsäure [ASS], nichtsteroidale Antirheumatika [NSAR], Antikoagulanzien und Antiepileptika)
Die Von Willebrand Erkrankung (VWE) ist das häufigste angeborene Blutungsleiden (1:100; Tab. 1). VWF: AG und Funktion > 50 E/dl schließen eine VWE aus, wenn hohe Östrogenspiegel, wie bei Einnahme einer oralen hormonellen Kontrazeption/Schwangerschaft und Infekte/Inflammation (VWF ist auch ein Akute-Phase-Protein) ausgeschlossen sind. Mehr als 2,5 % der Bevölkerung haben physiologisch niedrige VWF-Spiegel. Die Unterscheidung zwischen niedrig-normalen VWF-Spiegeln und VWE Typ 1 wird durch Bestimmung der Blutgruppe erleichtert; BG 0 ist mit niedrigem VWF assoziiert. Ein VWF-Spiegel im „Graubereich“ (30–50 E/dl) soll definitionsbedingt nur bei vorhandenen Blutungssymptomen als VWE Typ 1 bezeichnet werden.
Tab. 1
Von-Willebrand-Erkrankung. Typ 1 und 3: leichter und schwerer Mangel. Typ 2: dysfunktioneller Von-Willebrand-Faktor (VWF; A, B, M, C Subtypen). Typ N (Normandie): FVIII-Bindungsdefekt mit sehr niedrigem FVIII
 
Häufigkeit
Vererbung
Blutungsneigung
Quantitative Defekte
Typ 1
60–90 %
a.d.
Mild
Typ 3
< 1–2 %
a.r.
Schwer
Qualitative Defekte
Typ 2 A,B,M,C
Typ 2 N
10–30 %
a.d.
a.r.
Variabel
Bei bis zu 60 % der Patientinnen mit klinisch leichter Blutungsneigung gelingt keine Zuordnung zu einer definierten klinischen Störung der Blutgerinnung. Daher wurde von den Fachgesellschaften (International Society on Thrombosis and Haemostasis [ISTH], Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung [GTH]) 2021 die Entität Blutungsleiden unklarer Ursache („bleeding disorder of unknown cause“, BDUC) geschaffen. Blutungsleiden unklarer Ursache wird einerseits durch notwendige vorangegangene diagnostische Schritte (Ausschlussdiagnose) und anderseits durch eine milde bis mäßige generelle Blutungsneigung definiert. Der Nutzen der Definition für den klinisch tätigen Arzt/Ärztin liegt darin, einen konsentierten Abklärungsalgorithmus zur Verfügung zu haben und auf evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen der Fachgesellschaften zurückgreifen zu können [19, 20].
Angeborene Störungen der Thrombozyten sind eine heterogene Gruppe von seltenen Entitäten, die isoliert oder mit komplexen systemischen Erkrankungen assoziiert sind und zu einer vermehrten mukokutanen Blutungsneigung – insbesondere Menorrhagie – führen. Angeborene Störungen der Thrombozyten, insbesondere ohne Erniedrigung der Thrombozytenzahl auf unter 100.000/µl, bleiben häufig bis zum Eintritt von Blutungssymptomen, wie Menorrhagie, unentdeckt [21].
Überträgerinnen für die X‑chromosomal vererbte Hämophilie A/B stellen eine seltene aber wichtige Gruppe von Patientinnen mit Menorrhagien dar, wobei die Ausprägung stark von der individuellen FVIII/FIX-Restaktivität abhängt [22].
Bei jeder Jugendlichen mit HMB muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Diagnostisches Vorgehen

Ein strukturiertes diagnostisches Vorgehen ist bei der Abklärung von Jugendlichen mit HMB unerlässlich.

Anamnese

Eine detaillierte Blutungs- und Zyklusanamnese sind die Voraussetzung für eine rationale Diagnostik und Behandlung:
  • Menstruationsmerkmale: Zykluslänge, -dauer und -variabilität; Blutungsvolumen
  • Symptome einer Anämie: Müdigkeit, Schwindel, Blässe
  • Familienanamnese: bekannte Blutungsleiden
  • Medikamente
  • Lebensstilfaktoren: exzessiver Sport, sehr niedriger BMI, sexuelle Aktivität
Der Einsatz eines Menstruationskalenders und eines standardisierten Erhebungsinstruments wie des PBAC [13] kann die weitere Abklärung leiten.

Klinische Untersuchung

  • Allgemeine Untersuchung
  • Beurteilung der Haut und Schleimhäute: Blutungszeichen, Teleangiektasien (hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie), Überstreckbarkeit der Gelenke (Kollagenstörung)
  • Kinder- und Jugendgynäkologische Untersuchung: Stadium der Pubertätsentwicklung und Sonographie (primär transabdominal vor Kohabitarche) zur Beurteilung von Ovarien und des Uterus insbesondere der Endometriumdicke. Eine vaginale Untersuchung wird bei jüngeren und sexuell inaktiven Jugendlichen sowie abhängig vom Schweregrad der HMB zurückgestellt/durchgeführt.

Labordiagnostik

Die Erstliniendiagnostik sollte sich nach Anamnese und Klinik richten. Ein Basislabor umfasst:
  • Blutbild mit Differenzialblutbild
  • C‑reaktives Protein (CRP) und Eisenstatus
  • Prothrombinzeit (PT)/aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT)1
  • VWF-Antigen und VWF-Aktivität2, Faktor-VIII-Aktivität
  • Blutgruppenbestimmung: VWF-Spiegel variiert blutgruppenabhängig3
Erweitere Diagnostik je nach Verdacht:
  • Endokrinologische Untersuchung: LH, FSH, Östradiol, Progesteron, Prolaktin (PRL), Anti-Müller-Hormon (AMH), sexualhormonbindendes Globulin (SHBG), freier Androgenindex (AI), Testosteron (Zyklustag notieren!)
  • Leberfunktions- und Nierenfunktionsuntersuchung
  • Von-Willebrand-Faktor-Multimeren-Analyse und VWF-FVIII-Bindungsaktivität, evtl. VWF/FVIII/FIX-Genetik
  • Weitere Faktorenbestimmung einschließlich Faktor II, V, VII, IX, XIII
  • Thrombozytenfunktionsdiagnostik: Lichttransmissionsaggregometrie, Durchflusszytometrie; Genetik auf thrombozytäre Erkrankungen (Panel)
  • BDUC-Panel: ergänzende Untersuchungen

Therapieübersicht

Die Behandlung von HMB bei Jugendlichen sollte individuell angepasst werden (Abb. 2), wobei Wirksamkeit und Sicherheit sorgfältig abzuwägen sind.
Abb. 2
Schematische Übersicht zu Diagnostik und Therapieoptionen bei starker Menstruationsblutung (HMB) in der Adoleszenz. TXA Tranexamsäure, KOK kombinierte orale Kontrazeptiva, POP Progestin-only pill (reine Gestagenpille), LNG-IUD Levonorgestrel-Intrauterinpessar, Zykl. Gestagene zyklische Gestagen-Therapie, GnRH Analoga Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga
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Langzeitmanagement

Die Wahl der Langzeittherapie sollte individualisiert erfolgen und berücksichtigt:
  • die Ätiologie der HMB,
  • das Alter und die sexuelle Reife der Patientin,
  • Begleiterkrankungen, Kontraindikationen und individuelle Präferenzen.

Pflanzliche Präparate

  • Phytotherapeutika wie Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) oder Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) werden traditionell zur Zyklusregulation und bei leichten Menstruationsbeschwerden eingesetzt.
  • Die Evidenz zur Wirksamkeit bei HMB ist begrenzt; dennoch kann der Einsatz bei milder Symptomatik, Ablehnung hormoneller Therapien oder im Rahmen eines integrativen Behandlungsansatzes erwogen werden [2326].
  • Die Anwendung sollte kritisch begleitet und bei unzureichender Wirksamkeit frühzeitig durch effektivere Optionen ersetzt werden [27].

Kombinierte hormonelle Kontrazeptiva (KOK)

  • Erste Wahl für die meisten Jugendlichen mit HMB, sofern keine Kontraindikation oder Präferenz dagegen besteht.
  • KOK regulieren den Zyklus, reduzieren den Menstruationsfluss (um bis zu 50 %) und bieten Empfängnisschutz.

Gestagenmonopräparate (Progestin-only-pill, POP)

  • POP hemmen die endometriale Proliferation und können – abhängig vom Einnahmemodus – zu einer Blutungsreduktion bis hin zur Amenorrhoe führen [28].
  • Als orale Therapie stehen in Österreich Desogestrel und Drospirenon sowie Dienogest (zugelassen zur Behandlung von Endometriose) zur Verfügung. Depot-Injektionen mit MPA (Gestagen) sollten bei Jugendlichen aufgrund ihrer potenziell negativen Auswirkungen auf die Knochendichte zurückhaltend angewandt werden [29, 30].
    Die kontinuierliche Einnahme von POP ist häufig mit unregelmäßigen und unvorhersehbaren Blutungen verbunden. Eine vollständige Blutungssuppression tritt nur bei einem Teil der Patientinnen ein.

Levonorgestrel-freisetzendes Intrauterinpessar (LNG-IUD)

  • Sehr wirksam (reduziert den Menstruationsblutverlust um 70–90 %).
  • Bevorzugte Langzeitoption, auch für Jugendliche mit VWE, sobald die initiale Blutung kontrolliert ist (setzt eine entsprechende Beratung und Unterstützung bei der Einlage voraus) [31].
  • Aufgrund spezieller/kleinerer Varianten für Jugendliche ist das LNG-IUD auch für Jugendliche sehr gut geeignet.

Zyklische Gestagene

  • Zyklisch verabreichte Gestagene (z. B. an den Tagen 12–25 des Zyklus) für Patientinnen mit regelmäßigem Zyklus, die KOK ablehnen oder bei denen diese ungeeignet sind.

GnRH-Analoga

  • Die Applikation von GnRH-Agonisten in Depotform führt zur Downregulation der Hypophyse und dadurch zur Amenorrhoe und stellt somit eine effektive Therapieoption vor allem bei jungen Frauen mit zudem bestehender ausgeprägter Dysmenorrhoe bzw. Endometriose dar, falls POP oder KOK versagen. GnRH-Analoga sollten aufgrund ihres negativen Effekts auf die Knochendichte nach Möglichkeit nicht länger als 6 Monate und idealerweise mit Östrogen-Add-Back angewandt werden, somit stellen sie keine Langzeittherapieoption für Jugendliche dar.

Antifibrinolytika (Tranexamsäure)

  • Einnahme während der Menstruation
  • Besonders wirksam bei HMB infolge einer Gerinnungsstörung [32, 33]
  • Kann praktisch mit allen anderen Maßnahmen kombiniert werden

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

  • Mefenaminsäure (z. B. 500 mg 3‑mal täglich) oder Ibuprofen (z. B. 400 mg 4‑mal täglich) während der Menstruation senken den Prostaglandinspiegel und den Menstruationsfluss um etwa 20–50 %; nützlich bei gleichzeitiger Dysmenorrhoe [34].
  • Ibuprofen führt zu einer Einschränkung der Thrombozytenfunktion und sollte bei Verdacht auf oder Nachweis von Blutungsleiden kritisch bewertet werden.
  • Die Langzeiteinnahme insbesondere von Mefenaminsäure ist aufgrund der potenziell schweren Nebenwirkungen kritisch.

Management von HMB bei Jugendlichen mit Blutungsleiden

  • Erste Wahl: KOK oder LNG-IUS
  • Supportive Behandlung
  • Adjuvante Behandlung: Tranexamsäure während der Menstruation
  • Spezifische Behandlung:
    • Desmopressin4 bei VWE Typ 1 (Typ 2 nach Subtyp und Austestung) und leichtem/mittelschwerem FVIII-Mangel
    • VWF-/FVIII-/FIX-Konzentrate
  • Vermeidung von blutungsfördernden Medikamenten wie ASS und NSAR

Akuttherapie

Bei klinisch signifikanter Blutung mit klinisch relevantem Blutverlust stehen primär hämostatisch wirksame Maßnahmen im Vordergrund:
  • Tranexamsäure: 1,0–1,5 g 3‑ bis 4‑mal tgl. peroral (für Jugendliche ≥ 50 kg), für 3–5 Tage
  • Erythrozytenkonzentrat, evtl. Thrombozytenkonzentrat
  • Faktorenkonzentrat einschließlich rekombinantem Faktor VIIa (rFVIIa)
  • Bei sonographisch hoch aufgebautem Endometrium: Gestagene, z. B. Dydrogesteron 10 mg 1–2/Tag über 12–14 Tage
  • Bei sonographisch flachem Endometrium:
    • Kombinierte hormonelle Kontrazeptiva (KOK): 1‑ bis 2‑mal tgl. mit 30 μg Ethinylestradiol oder Östrogenmonotherapie (z. B. 2–4 mg Estradiolvalerat) für 10 Tage
    • Östrogenmonotherapie gefolgt von Östrogen-Gestagen-Kombination für mind. 12 Tage
  • Bei schwerer Anämie oder anhaltender Blutung:
    • KOK 3‑ bis 4‑mal tgl. (alle 6–8 h) bis inkl. 24 h nach Blutungsstopp
    • Langsame Dosisreduktion über 5 Tage
    • Prolongiert Tranexamsäure
    • Rezidivprophylaxe für 3–6 Monate mittels KOK oder Hormonersatztherapie („hormone replacement therapy“, HRT) – Kombinationspräparat

Besondere Aspekte

  • Jugendliche mit signifikanter HMB sollten psychosoziale Unterstützung erhalten, da erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, den Schulbesuch und die soziale Teilhabe möglich sind [35].
  • Eine regelmäßige Nachsorge ist entscheidend, um das Ansprechen auf die Therapie zu überwachen und die Behandlung anzupassen.
  • Schulung zur Selbstbeobachtung und zu Warnzeichen einer übermäßigen Blutung.
  • Die Einbindung von Familie oder Vertrauenspersonen kann Therapieadhärenz und Krankheitsverständnis verbessern.
  • Aufklärung über Reproduktion, Zyklusveränderungen und Therapieoptionen sollte alters- und entwicklungsadaptiert erfolgen.

Illustrative Fallbeispiele

Fall 1: Juvenile Dauerblutung

Klinisches Bild.
Ein 14-jähriges Mädchen (BMI 19 kg/m2) stellt sich mit einer seit 17 Tagen persistierenden Menstruation vor. Die Menarche erfolgte im Alter von 12,5 Jahren. Die vorangegangenen Zyklen waren regelmäßig (29–32 Tage) mit einer Blutungsdauer von 5 Tagen und gelegentlicher Dysmenorrhoe, die auf Analgetika anspricht. Es bestehen keine relevanten Vorerkrankungen, keine vorangegangenen Operationen und keine regelmäßige Medikamenteneinnahme. Die Familienanamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Endometriose der Mutter. Die Patientin verneint Symptome wie Müdigkeit oder Einschränkungen im Alltag trotz der verlängerten Blutung.
Untersuchungen.
  • Hämoglobin: 10 g/dl
  • Hämatokrit: 32 %
  • Thrombozyten: 314 × 109/l
  • Beckenultraschall: flaches Endometrium von 3 mm ohne strukturelle Auffälligkeiten. Am linken Ovar zeigt sich eine Follikelpersistenzzyste von 3 cm bei ansonsten unauffälligen Ovarien.
Diagnose.
Juvenile Dauerblutung bei Follikelpersistenz aufgrund der Unreife der HPO-Achse.
Therapie.
Die Behandlung besteht aufgrund des flachen Endometriums initial aus einer Östrogen-Monotherapie mit Estradiolvalerat 2 mg täglich für 2 Tage, dann Blutungsstopp und Fortführen von Estradiolvalerat 2 mg täglich für insgesamt 10 Tage. Anschließend Kombination mit Gestagen (Dienogest 2 mg) für weitere 17 Tage. Bei hoch aufgebautem Endometrium wäre initial eine Gestagen-Monotherapie (z. B. Dydrogeston 10 mg 1‑ bis 2‑mal täglich) für 14 Tage zur Transformation des Endometriums indiziert gewesen. Die Patientin wird zur Nutzung eines Menstruationskalenders beraten und erhält Eisenpräparate zur Auffüllung der Eisenspeicher.

Fall 2: Hypermenorrhoe und Menorrhagie bei Von-Willebrand-Erkrankung

Klinisches Bild.
Ein 15-jähriges Mädchen (BMI 20 kg/m2) berichtet über regelmäßige Zyklen seit 18 Monaten mit Hypermenorrhoe und Menorrhagie. Aktuell dauert die Menstruation 7–14 Tage, wobei während der ersten beiden Tage Binden bzw. Tampons alle 2 h gewechselt werden müssen. Die Menarche trat im Alter von 11 Jahren ein. Die ersten Zyklen nach der Menarche waren oligomenorrhoisch. In den letzten 18 Monaten bestanden Zyklen von 28–30 Tagen. Die Patientin berichtet über Dysmenorrhoe an den ersten beiden Blutungstagen. Es besteht eine familiäre Anamnese von Menorrhagie bei Mutter und Tante. Die Patientin äußert den Wunsch nach Kontrazeption. Anamnestisch befindet sich die Patientin gerade in der Mitte ihres Zyklus.
Untersuchungen.
  • Hämoglobin: 9,2 g/dl
  • Hämatokrit: 31 %
  • Thrombozyten: 345 × 109/l
  • Ferritin: 13 µg/l
  • Von-Willebrand-Faktor-Antigen: erniedrigt
  • Faktor-VIII-Aktivität: erniedrigt (aPTT verlängert)
  • Beckenultraschall: mittzyklisches, dreischichtiges Endometrium ohne strukturelle Auffälligkeiten. Am rechten Ovar zeigt sich eine hämmorrhagische Zyste. Das linke Ovar ist unauffällig.
Diagnose.
Von-Willebrand-Erkrankung Typ 1. Hämorrhagische Zysten entstehen durch verstärkte Einblutung in den Follikel bei der Ovulation und treten häufig bei Frauen mit Von-Willebrand-Erkrankung auf [36, 37].
Therapie.
Die Behandlung umfasst die Einleitung eines KOK (z. B. 30 µg Ethinylestradiol/150 µg Levonorgestrel) sowie die Korrektur des Eisenmangels. Während den ersten Tagen der Menstruation wird Tranexamsäure (1–3 g/Tag) peroral zur weiteren Blutungsreduktion empfohlen. Die Patientin wird über den möglichen Einsatz von Desmopressin beraten, falls die initiale Therapie unzureichend wirksam wäre. Langfristig wird ein LNG-IUD als Option besprochen.

Reflexion zu den Fällen

HMB bei Jugendlichen stellt eine häufige, oft jedoch unterschätzte klinische Herausforderung dar, mit erheblichen Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, das psychosoziale Wohlbefinden und die reproduktiven Langzeitfolgen.

Fazit

Abnormale uterine Blutungen einschließlich HMB sind ein häufiges und multifaktorielles Problem. Es gilt physiologische Menstruationsunregelmäßigkeiten von pathologischen Ursachen – insbesondere angeborenen Blutungsleiden – zu unterscheiden. Eine gründliche Menstruations- und Blutungsanamnese, unterstützt durch gezielte laborchemische Diagnostik, ist zentral für eine gezielte Diagnose und Behandlung.

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

W. Streif, J. Gebetsberger, K. Kapelari und K. Winkler-Crepaz geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Für diesen Beitrag wurden von den Autor/-innen keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen. Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Menorrhagie in der Adoleszenz
Diagnostische Fallstricke und Behandlungsstrategien
Verfasst von
Werner Streif
Jennifer Gebetsberger
Klaus Kapelari
Katharina Winkler-Crepaz
Publikationsdatum
18.09.2025
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Pädiatrie & Pädologie / Ausgabe 6/2025
Print ISSN: 0030-9338
Elektronische ISSN: 1613-7558
DOI
https://doi.org/10.1007/s00608-025-01324-7
1
aPTT detektiert keine VWE. APTT ist aber sensitiv für FVIII/ IX-Mangel.
 
2
VWF und Aktivität > 50 E/dl = normal; VWF und Aktivität 30–50 E/dl = „Grauzone“
 
3
VWF ist bei BG 0 physiologisch erniedrigt.
 
4
Desmopressin ist ein wertvolles Medikament bei VWE Typ 1 und niedrigem FVIII, erfordert jedoch eine sorgfältige Patientinnenselektion und Aufklärung, um unnötige Einnahme (Tachyphylaxie!) und Wasseretention mit konsekutiver Hyponatriämie zu vermeiden.
 
1.
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