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01.02.2016 | übersichtsartikel | Ausgabe 1/2016 Open Access

Spektrum der Augenheilkunde 1/2016

Keratoconus und dessen Behandlung mit Hornhautvernetzung und Kontaktlinsen: ein Überblick

Zeitschrift:
Spektrum der Augenheilkunde > Ausgabe 1/2016
Autoren:
U. Scheschy, H. Scheschy

Zusammenfassung

Keratoconus (KC) ist die häufigste primäre Ektasie der Hornhaut (HH). Die Erkrankung beginnt in der Regel zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr, jedoch wurde auch früheres und späteres Auftreten beschrieben; er befällt beide Geschlechter und alle Ethnien. Das geschätzte Vorkommen beträgt 1:2000. Keratoconus-Befunde und -Symptome sind abhängig von der Erkrankungsschwere. Frühe Stadien können ohne sorgfältige Diagnostik unbemerkt bleiben. Die Erkrankungsprogression ist assoziiert mit Zunahme der Myopie und des Astigmatismus und Verlust an Sehschärfe infolge Irregularität der Hornhautoberfläche, welche mit Brille nicht kompensiert werden kann. Der Sehverlust entsteht hauptsächlich durch den irregulären Astigmatismus und erst sekundär infolge Hornhauttrübungen und -narben. Die zentrale Hornhaut- und Epithelverdünnung geht häufig der zentralen Ektasie voraus. In fortgeschrittenen Fällen ist oft eine bogen- oder ringförmige Linie um die Conus-Basis zu sehen (Fleischer-Ring), weitere Zeichen sind Vogt-Streifen, diese sind feine zentrale, vertikale Streifen in der Descemet-Membran.
Ein wesentliches Kennzeichen des Keratoconus ist die Ausdünnung (verminderte Dicke) der zentralen Anteile der Hornhaut, die eine geringere biomechanische Stabilität verursacht. Durch diese kommt es in den verdünnten Bereichen durch den Augeninnendruck zur stärkeren Vorwölbung (Protrusion), was eine kegelförmige Kontur der betroffenen Hornhaut bewirkt. Die genauen Ursachen des Keratoconus sind derzeit noch nicht sicher bekannt. Neben der genetischen Prädisposition scheinen zusätzliche biomechanische und biochemische Faktoren für den Ausbruch der Erkrankung verantwortlich zu sein.
Natürlich wäre es vielversprechend, das Fortschreiten des KC durch eine corneale crosslinking-Therapie zu verhindern. Die möglichen Komplikationen dieser Therapie werden besprochen. Solange mit Brillenkorrektur eine für den Patienten ausreichende Sehschärfe erreicht werden kann, sollte der Sehfehler mit Brille korrigiert werden; erst wenn das nicht mehr genügt, halten wir die Anpassung rigider Kontaktlinsen für indiziert.
Der Artikel soll einen Überblick über die klinischen Kennzeichen, subjektive Auswirkungen, Diagnostik, Verlauf, Pathogenese und Therapie-Management mit Hornhautvernetzung und Kontaktlinsen geben.
Literatur
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