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20.08.2018 | übersicht | Ausgabe 1/2019 Open Access

neuropsychiatrie 1/2019

Ist-Stand der Fachliteratur zu Effekten des therapeutischen Kletterns auf die psychische Gesundheit – Fazit: viel zu tun

Zeitschrift:
neuropsychiatrie > Ausgabe 1/2019
Autoren:
Anika Frühauf, Kathrin Sevecke, Martin Kopp

Zusammenfassung

Hintergrund

Therapeutisches Klettern wird sowohl zur Verbesserung physiologischer als auch psychologischer Zustandsbilder im Rehabilitationsbereich angewendet. Nachdem Überblicksarbeiten zu physiologischen Effekten der Klettertherapie durchgeführt wurden, soll diese Arbeit einen Überblick über die wissenschaftliche Evidenz psychologischer Effekte der Klettertherapie liefern.

Methodik

Die Literaturrecherche erfolgte in englischer und deutscher Sprache in den wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Scholar und Science Direct (bis Dezember 2017). Als Einschlusskriterium wurde die empirische Erhebung psychologischer Effekte in der Klettertherapie vorausgesetzt.

Ergebnisse

Insgesamt wurden sieben Artikel in die Arbeit eingeschlossen. Die Probandengruppen waren erwachsene Personen mit psychischen und Verhaltensstörungen a) im stationären (n = 3) und b) ambulanten Setting (n = 1), c) Kinder mit motorischen Störungen, bzw. Defiziten (n = 2) und d) gesunde Erwachsene (n = 1). Alle Artikel wiesen teils erhebliche methodische Limitationen auf. Drei der insgesamt sechs Artikel erhoben die Selbstwirksamkeit und zeigten Verbesserungen gegenüber der Kontrollgruppe. Unterschiede zwischen einem Kletter- und Fitnesstraining zeigten sich bei einer gesunden Probandengruppe nicht. Positive Veränderungen in der affektiven Befindlichkeit zeigten sich bei Personen mit schwerer depressiver Störung nach einer Klettereinheit im Vergleich zu einer Entspannungseinheit.

Diskussion

Die wissenschaftliche Evidenz für die Effektivität einer Klettertherapie auf psychologische Komponenten ist sehr gering. Möglicherweise führt Klettertherapie zu einer erhöhten Selbstwirksamkeit. Eine allgemeingültige Aussage kann jedoch auf Basis der aktuellen Datenlage nicht getroffen werden, da die Studien unterschiedliche Altersgruppen (Kinder und Erwachsene) sowie erhebliche Limitationen aufwiesen. Es bedarf kontrollierter Interventionsstudien, insbesondere Studiendesigns, die Klettertherapie mit aerober Bewegungstherapie bei Personen mit psychischen und Verhaltensstörungen vergleichen.
Literatur
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