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28.08.2020 | original article

Intraoperative Komplikationen während Kataraktoperationen bei Patienten ab 90 Jahren

Zeitschrift:
Spektrum der Augenheilkunde
Autoren:
Prof. Dr. Dr. med. Dušica Pahor, Prof. Dr. Dr. med. Tomaž Gračner
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Hintergrund

In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl sehr alter Patienten, die eine Kataraktoperation brauchen, stetig erhöht. Gleichzeitig mangelt es an Daten zur intraoperativen Komplikationsrate der Kataraktoperation an Patienten, die älter als 90 Jahre sind. Eingriffe bei Patienten dieser Altersgruppe können aus unterschiedlichen Gründen, z. B. dichte nukleare Katarakt, enge Pupille, niedrige Endothelzellzahl, lockere Zonula sowie andere okuläre oder systemische Erkrankungen, eine große Herausforderung darstellen. Das Ziel unserer retrospektiven Studie war es, die intraoperativen Komplikationen während einer Kataraktoperation bei Patienten im Alter von 90 oder älter zu beurteilen und die Pupillengröße und den Reifegrad der Katarakt bei intraoperativen Komplikationen zu vergleichen.

Patienten und Methoden

Es wurden die Krankengeschichten von 5460 Patienten retrospektiv überprüft, die an unserer Abteilung zu einer Phakoemulsifikation mit IOL-Implantation unter der Anwendung einer kornealen Kleinschnitt-Technik im Zeitraum von Januar 2015 bis Januar 2019 aufgenommen wurden. Die Patienten wurden in 2 Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 mit Patienten im Alter von 90 oder älter und Gruppe 2 mit Patienten unter 90 Jahren. Es wurden die Notwendigkeit einer Pupillendilatation, einer Kapselfärbung und die Häufigkeit der intraoperativen Komplikationen, wie z. B. Kapselriss, Glaskörperverlust und abgestürzte Linse, zwischen den beiden Altersgruppen verglichen.

Ergebnisse

Von allen 5460 Kataraktoperationen wurden 90 Operationen (1,7 %) bei Patienten unternommen, die älter als 90 Jahre waren. Zwischen den beiden Patientengruppen zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede in Pupillendilatation (4,1 % vs. 6,7 %), bei der Anwendung von Kapselspannring (0,34 % vs. 0 %) und bei der Kapselfärbung (5,5 % vs. 13,3 %). Bei der jüngeren Gruppe konnte man bei 0,7 % der Operationen hintere Kapselrisse ohne Glaskörperverlust feststellen, und bei 0,5 % der Operationen konnte man hintere Kapselrisse mit Glaskörperverlust feststellen. Bei der älteren Gruppe konnte man nur bei einem von 90 Patienten (1,1 %) einen hinteren Kapselriss ohne Glaskörperverlust feststellen.

Schlussfolgerung

Die Kataraktoperation gilt auch bei Patienten über 90 Jahren als ein sicherer und erfolgreicher Eingriff, der auch trotz des höheren Alters durchgeführt werden sollte, da er zur Verbesserung der Lebensqualität und der psychischen Verfassung der Patienten beitragen kann. Unsere Studie bestätigt, dass fortgeschrittenes Alter allein keine Kontraindikation für Kataraktoperation darstellt und auch nicht mit einer höheren intraoperativen Komplikationsrate während des Eingriffs verbunden ist.

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