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31.05.2022 | Innere Medizin | Studiennews | Online-Artikel

Adebrelimab verlängert Leben bei kleinzelligem Lungenkrebs

verfasst von: Robert Bublak

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© Crystal light / stock.adobe.com

Die Hinzunahme des PD-L1-Antikörpers Adebrelimab zur Chemotherapie hat in einer Studie das Leben von Patienten und Patientinnen mit kleinzelligem Bronchialkarzinom im ausgedehnten Stadium signifikant verlängert.

Die Prognose von Personen mit kleinzelligem Lungenkrebs im ausgedehnten Stadium (extensive-stage small-cell lung cancer, ES-SCLC; Stadium IV in der TNM-Klassifikation) ist schlecht, die Therapieoptionen sind beschränkt. Standard der Behandlung in der ersten Linie ist eine platinbasierte Chemotherapie mit Etoposid oder Irinotecan, im Median überleben die Betroffenen damit neun bis elf Monate.
Ermutigende Ergebnisse beim ES-SCLC hat in früheren Studien die Immuntherapie mit den gegen PD-L1 gerichteten Checkpointhemmern Atezolizumab und Durvalumab gezeigt, jeweils in Kombination mit einer Chemotherapie. Auch das neu entwickelte Adebrelimab ist ein PD-L1-Antikörper. Ein Team chinesischer Onkologen, angeführt von Jie Wang vom chinesischen Nationalen Krebszentrum in Peking, hat Adebrelimab bzw. Placebo nun in einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten, von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals finanzierten Studie in 21-Tages-Zyklen mit Carboplatin und Etoposid kombiniert, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Adebrelimab bzw. Placebo. Beteiligt waren 462 ES-SCLC-Patientinnen (20%) und -Patienten (80%). Das Follow-up betrug median 13,5 Monate (Spanne: 8,9–20,1 Monate).
Im Mittel lebten die Personen der Adebrelimab-Gruppe 15,3 Monate im Vergleich zu 12,8 Monaten in der Placebo-Gruppe. Rechnerisch entsprach das einer statistisch signifikanten Mortalitätsreduktion um 28% (Hazard Ratio 0,72; p = 0,002). Zu den häufigsten therapiebezogenen Nebenwirkungen vom Grad 3 oder 4 gehörten eine verminderte Neutrophilenzahl (76% unter Adebrelimab und 75% unter Placebo), Leukopenie (46% und 38%), Thrombopenie (38% und 34%) und Anämie (28% und 28%). Von schweren Ereignissen waren 39% und 28% der Patientinnen und Patienten betroffen. Zwei Personen in jeder Gruppe starben, in der Adebrelimab-Gruppe waren Atemversagen, interstitielle Lungenerkrankung und Pneumonie, in der Placebo-Gruppe multiples Organversagen und eine unbekannte Ursache dafür verantwortlich.
„Die Ergänzung der Chemotherapie mit Adebrelimab hat das Gesamtüberleben von Patienten mit ES-SCLC bei akzeptablem Sicherheitsprofil signifikant verbessert“, resümieren Wang und sein Kollegium. Das stütze die genannte Kombination als neue Erstlinienoption für diese Gruppe von Tumorkranken.
Die Kombination von Adebrelimab mit einer platinbasierten Chemotherapie könnte somit eine neue Option für die Erstlinientherapie bei kleinzelligem Lungenkrebs im ausgedehnten Stadium darstellen. Alle Studienteilnehmer stammten jedoch aus China. Ob sich die Ergebnisse für Angehörige anderer Ethnien bestätigen, bleibt abzuwarten.

Referenz:
Wang J et al.: Adebrelimab or placebo plus carboplatin and etoposide as first-line treatment for extensive-stage small-cell lung cancer (CAPSTONE-1): a multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet Oncol 2022
https://doi.org/10.1016/S1470-2045(22)00224-8

Quelle:
springermedizin.de

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