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14.10.2022 | Innere Medizin | Kongressbericht | Online-Artikel

ADAURA-Studie: Medianes krankheitsfreies Überleben von fast 5,5 Jahren

verfasst von: Mag.a Alice Kment

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© Crystal light / stock.adobe.com

Auf dem diesjährigen Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Paris wurden neue Ergebnisse zu Osimertinib aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ADAURA vorgestellt. 

Diese ADAURA-Studie schloss Patienten mit epidermalem Wachstumsfaktorrezeptor-mutiertem (EGFRm) nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) in den Stadien IB-IIIA ein, deren Tumor mit kurativer Absicht vollständig reseziert worden war und die adjuvant für maximal 3 Jahre mit Osimertinib oder Placebo behandelt wurden.  Optional kann auch eine Chemotherapie vor der adjuvanten Behandlung mit Osimertinib verabreicht werden.2 Die neuen Ergebnisse zeigen: Fast drei Viertel (73%) der mit Osimertinib behandelten Patienten in den Stadien IB-IIIA waren 4 Jahre nach Therapiebeginn am Leben und ohne Rezidiv.1

Rezidiv- oder Sterberisiko um 77% verringert

Bei der 2 Jahre längeren Nachbeobachtungszeit gegenüber der ADAURA-Datenauswertung von 2020, so dass alle Patienten die Möglichkeit hatten, die Studienbehandlungsdauer von 3 Jahren abzuschließen, verringerte Osimertinib das Rezidiv- oder Sterberisiko um 77% in der Studienpopulation des primären Endpunkts (krankheitsfreies Überleben [DFS – disease free survival]: Hazard Ratio [HR]: 0,23; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,18-0,30; Stadien II-IIIA; n=470) gegenüber Placebo. In der Gesamtstudienpopulation sank das Rezidiv- oder Sterberisiko unter Osimertinib um 73% gegenüber Placebo (HR: 0,27; 95%-KI: 0,21-0,34; Stadien IB-IIIA; n=682). In diesen beiden Populationen erreichten die Patienten unter Osimertinib ein medianes DFS von 65,8 Monaten (95 %-KI: 54,4 - NC). Im Placebo-Arm lag das entsprechende mediane DFS bei 21,9 Monaten (Stadien II-IIIA; 95 %-KI: 16,6 – 27,5) bzw. 28,1 Monaten (Stadien IB-IIIA; 95 %-KI: 22,1 – 35).1
Wenngleich in der Praxis bei bis zu 30% der Patienten die Diagnose eines NSCLC so früh erfolgt, dass eine Tumorresektion mit kurativer Intention möglich ist, tritt ein Rezidiv in den frühen Stadien immer noch häufig auf.3, 4 Bisherige Daten zeigen, dass etwa die Hälfte der Patient:innen in den Stadien I-II und ca. drei Viertel der Patienten im Stadium III innerhalb von fünf Jahren nach Resektion ein Rezidiv erleiden.5,6 
Bei 30% der Patienten tritt beim EGFRm NSCLC ein Krankheitsprogress im ZNS auf nach lokoregionärer Behandlung und geht mit einer sehr ungünstigen Prognose einher.7 In diesem Kontext stellte AstraZeneca die Ergebnisse einer weiteren präspezifizierten explorativen Analyse von ADAURA vor. Untersucht wurde das Rezidivrisiko im zentralen Nervensystem (ZNS-DFS) in der Studienpopulation des primären Endpunkts (Stadien II-IIIA). Es zeigte sich, dass unter Osimertinib das Risiko eines ZNS-Rezidivs oder Todes in diesem Studienkollektiv gegenüber Placebo um relativ 76% verringert wurde (HR: 0,24; 95 %-KI: 0,14-0,42). Nach vier Jahren wiesen 90% der Patienten im Osimertinib-Arm keine Läsionen im ZNS auf. Im Placebo-Arm lag dieser Anteil bei 75%.1 

Rezidivs im ZNS längerfristig reduziert

„Die neuen ADAURA-Ergebnisse zeigen, dass die adjuvante Behandlung mit Osimertinib nach R0-reseziertem EGFR-mutierten NSCLC im Frühstadium den Patienten ein relevant längeres rezidivfreies Überleben ermöglicht. Die Daten weisen zudem darauf hin, dass der Einsatz von Osimertinib in dieser Situation das Risiko eines Rezidivs im ZNS längerfristig reduziert“, erklärte Professor Dr. Masahiro Tsuboi, Leiter und Direktor der Abteilung für Thoraxchirurgie und Onkologie am National Cancer Center Hospital East in Japan und leitender Prüfarzt der ADAURA-Studie. „Die neuen Daten unterstreichen die Bedeutung von Osimertinib als ein Therapiestandard für NSCLC-Patienten in diesem frühen Krankheitsstadium“, so der Thoraxonkologe. „Für diese Patienten gab es vorher keine zielgerichtete Therapieoption nach einer Operation. Entsprechend hoch war das Rezidivrisiko", betonte Tsuboi. 
Die Ergebnisse zur Sicherheit und Verträglichkeit von Osimertinib stehen in Einklang mit dem bekannten Verträglichkeitsprofil des EGFR-Tyrosinkinaseinhibitors. In dem längeren Nach-beobachtungszeitraum traten keine neuen Sicherheitssignale unter Osimertinib auf. Uner-wünschte Ereignisse Grad ≥3 wurden bei 23% der Patient:innen im Verum-Arm und bei 14% im Placebo-Arm registriert.1

Referenzen:
1Tsuboi M et al.: Osimertinib as adjuvant therapy in patients with resected EGFRm stage IB–IIIA NSCLC: updated results from ADAURA. ESMO-Kongress 2022; Oral Presentation #LBA47.Online verfügbar unter: www.astrazeneca.at/fachkreise/referenzen.html
2Wu YL, Tsuboi et al.: Osimertinib in Resected EGFR-Mutated Non-Small-Cell Lung Cancer. N Engl J Med 2020;383:1711-1723
3Cagle PT et al.: Lung cancer biomarkers: present status and future developments. Arch Pathol Lab Med 2013;137:1191-1198
4Le Chevalier T. Adjuvant chemotherapy for resectable non-small-cell lung cancer: where is it going?. Ann Oncol 2010;21:vii196-vii198
5Peters S, Weder W, Dafin U, et al. Lungscape: resected non-small-cell lung cancer outcome by clinical and pathological parameters. J Thorac Oncol 2014;9:1675-1684
6Pignon JP et al.: Lung adjuvant cisplatin evaluation: a pooled analysis by the LACE Collaborative Group. J Clin Oncol 2008;26:3552-3559
7Berger LA, Riesenberg H, Bokemeyer C, et al. CNS metastases in non-small-cell lung cancer: current role of EGFR-TKI therapy and future perspectives. Lung Cancer 2013;80:242-248

Quelle: ESMO Kongress 2022


 

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