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Multidisziplinäre Versorgung im Fokus

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Beim diesjährigen DACH Herzinsuffizienz-Treffen vom 12. bis 14. Oktober in Salzburg stand ein Thema klar im Mittelpunkt: die multidisziplinäre Zusammenarbeit in der Betreuung von Menschen mit Herzinsuffizienz.

Die zentrale Botschaft: Nur durch interprofessionellen Austausch, gemeinsame Entwicklung und kooperative Umsetzung kann die Versorgung von Patient:innen mit Herzinsuffizienz nachhaltig verbessert werden. Ein Novum stellte die Beteiligung von Pflegepersonen bereits in der Hauptsession dar. Fachlich fundiert und praxisnah wurden Beiträge zur patientenzentrierten Kommunikation sowie zur Rolle der Pflege in Diagnose- und Therapieverläufen vorgestellt. Dieser Schritt markierte einen wichtigen Impuls in Richtung inter- und multidisziplinäre Zusammenarbeit.

Start der parallelen Pflegesession

Der Tag startete mit einem Austausch beim Netzwerkkaffee, begleitet von thematisch passenden Schwerpunkten und bot darüber hinaus Raum für ein persönliches Kennenlernen, direkte Gespräche und länderübergreifenden Wissenstransfer. Der zweite Programmpunkt war die Session „Multidisziplinäre Zusammenarbeit“, in der u. a. Julia Hagenauer, Österreich, einen Vortrag zur Trainingstherapie bei Herzinsuffizienz hielt. Dieser Beitrag zeigte exemplarisch, wie evidenzbasierte Inhalte der Sportwissenschaften und klinische Pflegepraxis sinnvoll verzahnt werden können.

Der dritte Kongresstag eröffnete eine Diskussion zur Schnittstellenproblematik. Dabei wurden sowohl strukturelle als auch kommunikative Herausforderungen offen angesprochen und konkrete Lösungsansätze präsentiert. Länderübergreifende Einblicke zeigten, wie unterschiedlich – und doch vergleichbar – Versorgungsrealitäten im DACH-Raum sind: Valerie Epking-Veltman, Schweiz, stellte die Rolle der Advanced Practice Nurses (APN) in der Nachsorge nach Krankenhausentlassung vor – ein Modell mit hohem Potenzial für kontinuierliche Betreuung. Die Österreicherin Susanne Neffe präsentierte das H.E.R.Z-Konzept, das die Möglichkeit einer eigenständigen Primärversorgung durch Pflege bei HI-Patient:innen auslotet. Sie thematisierte dabei sowohl Chancen als auch aktuelle Herausforderungen. Katrin Knödl, Österreich, gab einen praxisorientierten Einblick in die Erstellung und Nutzung von Patienteninformationsbroschüren – ein wichtiger Baustein für Gesundheitskompetenz und Selbstmanagement. Elisabeth Winkelmann, Deutschland, berichtete aus dem klinischen Alltag sowie vom Brückenbauen mittels Telemedizin und durch den Einsatz von Heart Failure Nurses.

Palliative Versorgung – ein oft vernachlässigter Bereich

Ein weiterer Schwerpunkt der Pflegeveranstaltung lag auf der palliativen Versorgung bei terminaler Herzinsuffizienz. Fallbeispiele zeigten die komplexe Sym-ptomlage und Herausforderungen in der Begleitung, sowohl im Krankenhaus als auch im häuslichen Umfeld. Jens Kleinhorst, Deutschland, eröffnete diese Session mit einem Überblick zur palliativen Versorgung von LVAD-Patient:innen und dem Einsatz des Esseners Palliativausweises, ein Thema mit hoher praktischer Relevanz.

Carina Knoll, Österreich, skizzierte ein pflegerisches Beratungsgespräch für palliative Herzinsuffizienzpatient:innen und deren Angehörige. Karin Hintringer, Österreich, gab Einblicke in ihre Arbeit und Herausforderungen im mobilen Palliativ-Team.

Eindrücklich war die Diskussion zu Symptomen im Endstadium. John Deckel aus der Schweiz präsentierte Ansätze zur palliativen HI-Versorgung in der Schweiz.

Die Beiträge und Diskussionen machten deutlich: Multidisziplinarität ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit in der HI-Versorgung. Ob ärztliche Versorgung, Pflege, Rehabilitation, Sozialarbeit oder Palliativdienst – nur durch Kooperation, geteilte Verantwortung und kontinuierlichen Austausch kann eine patientenorientierte, wirksame Versorgung gelingen.

Das D-A-CH Treffen 2025 hat nicht nur Inhalte vermittelt, sondern auch Brücken gebaut – zwischen Berufsgruppen, Ländern und Versorgungsstufen.

Zur Verabschiedung ging ein klarer Appell von Katrin Knödl hinaus: Den begonnenen Dialog weiterzuführen, Erfahrungen zu teilen und mutig neue Wege der Zusammenarbeit zu gehen.

Kontakt-- DGKP Vanessa Massinger

vanessa.massinger@tirol-kliniken.at

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Titel
Multidisziplinäre Versorgung im Fokus
Schlagwörter
Innere Medizin
Kardiologie
Publikationsdatum
24.11.2025
Zeitung
Cardio News Austria
Ausgabe 8-9/2025

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