Getreide nimmt Nanoplastik auf
- 25.03.2026
- Hygiene- und Umweltmedizin
- Redaktionstipp
- Zeitungsartikel
Forschende der TU Graz und des Zentrums für Elektronenmikroskopie haben mit verbesserter Methode Plastik in Weizenwurzeln entdeckt. Ob die Partikel bis in die Körner vordringen, sollen weitere Versuche klären.
Weizenpflanzen mit Mikro- und Nanoplastik in einer Anzuchtschale.
FELMI-ZFE
Mikro- und Nanoplastik in Böden stellen ein wachsendes Umweltproblem dar. Ob landwirtschaftliche Nutzpflanzen diese Partikel aufnehmen und sie in Nahrungsmittel gelangen, war bisher schwer nachzuweisen. Selbst hochauflösende Mikroskope können sie kaum von Pflanzenbestandteilen und mineralischen Partikeln unterscheiden. Ein Team um Johannes Rattenberger vom Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik der TU Graz und dem Zentrum für Elektronenmikroskopie hat nun eine Methode entwickelt, um die Aufnahme und den Transport von Nanoplastik in Pflanzen genau zu beobachten. In Laborversuchen mit Winterweizen setzten die Forschenden die Methode erfolgreich ein: Sie entdeckten Nanoplastik in den Wurzeln.
Die Forschenden markieren Nanoplastikpartikel mit Goldspuren. Um verfälschte Ergebnisse zu vermeiden, umhüllen sie die Goldnanopartikel mit Plastik, sodass kein Kontakt mit Wasser, Boden oder Pflanzenwurzeln entsteht. „Dank der Goldmarkierung sind die Plastikpartikel unter dem Elektronenmikroskop eindeutig erkennbar“, erklärt Rattenberger. „So können wir genau verfolgen, wie viele Plastikpartikel die Pflanzen aufnehmen und wie weit sie transportiert werden. „
In Laborversuchen ließen die Forschenden Winterweizen in Pflanzschalen mit goldmarkierten Plastikpartikeln wachsen. Nach einigen Wochen fanden sie Plastik in den Wurzeln der jungen Pflanzen. „Unsere bisherigen Laborversuche deuten darauf hin, dass Nutzpflanzen grundsätzlich Nanoplastik aufnehmen. In welchem Umfang, in welchen Pflanzenteilen sich Nanoplastik besonders anreichert und welche Unterschiede zwischen Pflanzenarten bestehen, müssen weitere Forschungen zeigen“, sagt Rattenberger. Sein Team führt Feldversuche durch, bei denen nach der Ernte auch die Getreidekörner untersucht werden.