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01.10.2016 | original article | Ausgabe 4-5/2016

Spektrum der Augenheilkunde 4-5/2016

Histologisch nachgewiesene Riesenzellarteriitis und Sehverlust

Zeitschrift:
Spektrum der Augenheilkunde > Ausgabe 4-5/2016
Autoren:
Prof. Dr. Dušica Pahor, Rajko Kavalar, Artur Pahor

Zusammenfassung

Hintergrund

Riesenzellarteriitis hat verschiedene Krankheitsbilder, wobei die Arteria temporalis häufig mitbetroffen wird. Das Ziel unserer Studie war es, den Sehverlust bei Patienten mit histologisch nachgewiesener Riesenzellarteriitis zu bewerten.

Methode

In unsere Studie wurden alle Patienten eingeschlossen, bei denen eine histologisch nachgewiesene Temporalarteriitis im Zeitraum von 2008 bis 2015 festgestellt wurde. 24 Patienten, die die Einschlusskriterien erfüllten, wurden schließlich in die Studie aufgenommen. Retrospektiv wurden alle Patientenunterlagen hinsichtlich der Augen- und Rheumaerkrankungen überprüft. Das Durchschnittsalter unserer Patienten war 77,5 Jahre. Der Großteil der Patienten waren Frauen (79,2 %). Bei allen Patienten wurde eine Gewebeentnahme aus der Schläfenarterie (Arteria temporalis) durchgeführt, die eine nekrotisierende Vaskulitis mit Infiltration von prädominanten mononukleären Zellen oder eine granulomatöse Entzündung offenbarte.

Resultate

Alle Patienten klagten über neu aufgetretene Kopfschmerzen. Bei 41,6 % der Patienten wurden Veränderungen der Schläfenarterie entdeckt. Bei 95,8 % der Betroffenen wurden systemische Symptome wie z. B. Überempfindlichkeit der Kopfhaut, Schmerzen beim Kauen, Fieber, allgemeines Unwohlsein, Gewichtsabnahme und erhöhte BSG oder CRP-Werte beobachtet. 54,2 % der Betroffenen litten unter einer Sehstörung. Bei 25 % der Patienten wurde eine Erblindung eines oder beider Augen festgestellt. Bei allen Patienten mit Sehverlust wurde eine Gesichtsfeldprüfung an beiden Augen durchgeführt. In allen Augen kam es zu einem konzentrischen Gesichtsfeldausfall (von 10 bis 40 Grad); auch bei Patienten bei denen kein Sichtverlust festgestellt wurde.

Schlussfolgerung

Unsere Studie bestätigte, dass mehr als die Hälfte unserer Patienten, bei denen eine Temporalarteriitis histologisch nachgewiesen wurde, eine Sehstörung entwickelten. Riesenzellarteriitis ist eine Krankheit mit vielen Erscheinungsformen. Um eine Erblindung vorzubeugen, muss die Krankheit bei älteren Patienten mit neu auftretenden Kopfschmerzen, Veränderungen in der Schläfenarterie, erhöhten ESR-Werten mit oder ohne Sehverlust ausgeschlossen werden. Am häufigsten lag eine konzentrische Einengung des Gesichtsfeldes auch bei Augen ohne Sehverluste vor.

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