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08.09.2020 | Hepatozelluläres Karzinom | Originalien | Ausgabe 3/2020 Open Access

Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen 3/2020

Systemische Therapie beim fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinom

Zeitschrift:
Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen > Ausgabe 3/2020
Autor:
Prim. Univ. Prof. Dr. Ivo Graziadei
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine komplexe Erkrankung, da die Therapieauswahl wie auch die Prognose nicht nur von tumorspezifischen Faktoren, sondern vor allem auch vom Schweregrad der Lebererkrankung abhängen. Für die optimale Betreuung eines HCC-Patienten ist daher ein multidisziplinärer Zugang in Spezialeinrichtungen notwendig. Bei ungefähr der Hälfte aller HCC-Patienten besteht zum Diagnosezeitpunkt bereits ein fortgeschrittenes Stadium ohne Möglichkeit eines kurativen Therapieansatzes. Gemäß internationaler Leitlinien wird für diese Patienten eine systemische Therapie empfohlen. Für nahezu ein Jahrzehnt stellte Sorafenib die einzig effektive Therapie für Patienten mit einem fortgeschrittenen HCC dar. Mit Lenvatinib steht seit Kurzem eine Alternative in der Erstlinie und mit Regorafenib, Cabozantinib und Ramucirumab Optionen für die Zweitlinientherapie zur Verfügung. Allerdings sind diese Substanzen nur bei Patienten mit kompensierter Lebererkrankung (Child-Pugh A) einsetzbar. Nach vielversprechenden Phase-I- und -II-Studien für die Immuncheckpointinhibitoren Nivolumab und Pembrolizumab konnte in Phase-III-Studien keine signifikante Verbesserung in Bezug auf gesamt- und progressionsfreies Überleben beobachtet werden. In einer kürzlich publizierten Studie führte die Kombinationstherapie Atezolizumab/Bevacizumab im Vergleich zu Sorafenib in der Erstlinie zu deutlich verbesserten Überlebens- und Ansprechraten. Es ist daher anzunehmen, dass diese Kombination als neuer Standard in der Erstlinientherapie in den Leitlinien Einzug finden wird. Zahlreiche Studien zumeist als Kombinationstherapie verschiedenster Substanzklassen (Tyrosinkinase‑, Immuncheckpoint- und „vascular endothelial growth factor“[VEGF]-Inhibitoren) sind aktiv, deren Phase-III-Ergebnisse mit Spannung erwartet werden.
Literatur
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