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Ärzte Woche

02.05.2022 | Hauptverband/Sozialversicherung

ÖGK-Wurzer: „Sie haben als Kassenarzt keinen verlässlicheren Partner als die Sozialversicherung“

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Kassenstellen am Land sind oft lange nicht besetzbar. Das liegt weniger an der Honorarhöhe als vielmehr an der Sorge vor Bürokratie und Einzelkämpferdasein, sagt ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer.

Immer mehr Ärzte entscheiden sich für eine Wahlarztpraxis. Was kann man dagegen tun?

Wurzer: Die Zeit der Einzelordinationen ist vorbei. Wir haben gemerkt, dass viele junge Ärztinnen und Ärzte nicht mehr einen Kassenvertrag übernehmen wollen, weil sie nicht als Einzelkämpfer tätig sein wollen. Der Grund für die steigende Anzahl an Wahlärzten liegt auch im Krankenanstaltenarbeitszeitgesetz. Das macht es Ärzten leichter möglich, neben ihrer Tätigkeit im Spital, eine Ordination zu führen. Die sind auch Teil des Systems. Wahlarzt heißt aber, dass man ein Privatarzt ist, der keine Verpflichtungen hat, was Öffnungszeiten angeht, der keine Verpflichtung hat, eine bestimmte Zahl von Patienten zu behandeln. Wahlarzt ist man auch, wenn man nur einen Patienten im Jahr hat. Betrachtet man die Wahlärzte unter dem Blickwinkel der Versorgungswirksamkeit, ist ihre Zahl keine stetig steigende.

Ist das Wahlarztmodell angesichts von rd. 300 verwaisten Planstellen noch zeitgemäß?

Wurzer: Ich kann nicht verhindern, dass jemand Arzt ohne Kassenvertrag sein möchte. Unser Job ist es, die Attraktivität des Kassenvertrags herauszustellen. Sie haben als Kassenarzt keinen verlässlicheren Partner als die Sozialversicherung. Wir zahlen immer pünktlich, sie müssen keiner Honorarnote nachlaufen.

An der Honorarhöhe dürfte es demnach nicht liegen, dass zu wenig Interesse an Kassenstellen in abgelegenen Gebieten herrscht.

Wurzer: Das durchschnittliche Alter eines Kassenarztes, der einen Vertrag erhält, liegt über 40. Diese Ärzte sind es gewohnt, in einem Team zu arbeiten, sich im Krankenhaus mit Kollegen auszutauschen und mit anderen Gesundheitsberufen zusammenzuarbeiten. Wenn sie ein Problem haben, sprechen sie mit ihrem Oberarzt. Sie müssen sich weder um Buchhaltung noch um die Karenzvertretung für eine Ordinationsassistentin kümmern. Warum stellen wir diesen Ärzten nicht die EDV zur Verfügung, warum bieten wir ihnen nicht einen Pool von Ordinationsassistenten an oder stellen ihnen die Ordinationsräumlichkeiten zur Verfügung, die der Arzt in fünf bis zehn Jahren erwerben kann, wenn der Umsatz passt?

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Metadaten
Titel
ÖGK-Wurzer: „Sie haben als Kassenarzt keinen verlässlicheren Partner als die Sozialversicherung“
Publikationsdatum
02.05.2022
Zeitung
Ärzte Woche
Ausgabe 18/2022