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Long-COVID – postinfektiöse Auswirkungen auf Reproduktion und Sexualität

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Zusammenfassung

Bereits 2020 hat Anthony Fauci, damaliger Chefvirologe des Weißen Hauses, postuliert, dass das SARS-CoV-2-Virus postvirale Symptome auslösen kann. Was ihm damals möglicherweise noch nicht klar war: dass es ACE2 als „Eintrittspforte“ in die Zelle nutzt und somit unter anderem die Reproduktionsorgane sowie die sexuelle Gesundheit beeinflussen kann. Anhand von Falldarstellungen aus der klinisch-psychologischen bzw. sexualpsychologischen Praxis fließt ein Überblick über die derzeitige Datenlage zu möglichen postinfektiösen Auswirkungen ein: Es kann zu Zyklusveränderungen und Veränderungen im gesamten Reproduktionstrakt kommen – Verstärkung bereits vorhandener Symptome und Diagnosen kommen, wie Endometriose, Dyspareunie, Vulvodynie bzw. Neuauftreten dieser Diagnosen. Die Fruchtbarkeit wie auch die Schwangerschaft können beeinträchtigt sein und einige jüngere Frauen können sich von einem Tag auf den anderen in der Menopause befinden. Auch Paare in Kinderwunschkliniken können nach einer Infektion mit größeren Hürden konfrontiert sein. Derzeit gibt es dazu widersprüchliche Daten. Inwieweit diese Veränderungen sich auf künftige Generationen übertragen werden oder ob bzw. inwieweit diese mit der Zeit reversibel sein werden, könnte Gegenstand weiterer Forschungen sein. Fazit: Long-COVID braucht eine nahtlose inter- sowie multidisziplinäre Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe, um unseren PatientInnen den größtmöglichen Benefit zu ermöglichen.
Titel
Long-COVID – postinfektiöse Auswirkungen auf Reproduktion und Sexualität
Verfasst von
Mag. Doris Wolf
Publikationsdatum
28.10.2025
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Gynäkologie in der Praxis / Ausgabe 4/2025
Print ISSN: 3005-0758
Elektronische ISSN: 3005-0766
DOI
https://doi.org/10.1007/s41974-025-00391-9
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Bildnachweise
Long Covid/© MohamadFaizal / stock.adobe.com