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18.10.2021 | Gynäkologie und Geburtshilfe | Ausgabe 42/2021

Plötzlich flog eine Fliege aus ihrer Vagina heraus

Autor:
Annabella Khom

Das glaubst du nicht ... © Malombra76 / Getty Images / iStock

Als Adam und Eva im Buch Genesis die Augen aufgingen und sie erkannten, dass sie nackt waren, wurden Tür und Tor für Scham und Genierer geöffnet. Und Frauenarztpraxen sind der Garten Eden des Schamgefühls. Für Arzt und Patientin gleichermaßen.

Haben Sie schon einmal etwas in einer Vagina verloren? Nein? Wir auch nicht. Dass ärztliches Fachpersonal den einen oder anderen Gegenstand in einer Scheide entdeckt, ist aber nicht so selten. Da verirrt sich schon einmal ein Tampon oder das Kondom vom letzten Liebesspiel. Und auch Sextoys sind prädestiniert dafür, einfach mal in der Vagina stecken zu bleiben. GynäkologInnen sowie Patientinnen können im Laufe ihres Arzt-Patienten-Lebens aber noch viel skurrilere Situationen erleben, als eine Schatzsuche in der Vagina. Welche absurden Begebenheiten sich bereits in Frauenarzt-Ordinationen zugetragen haben, zeigen uns unglaubliche Geschichten von Gynäkologen und Patienten, die an dieser Stelle lieber anonym bleiben möchten.

Eine österliche Überraschung

„Meine Mutter ist Geburtshelferin, deshalb sieht sie ziemlich viele Intimbereiche und tauscht ständig Geschichten mit Gynäkologen aus. Ich glaube, meine Lieblingsgeschichte ist die, als sie Ostergras (diesen Plastikschnurkram, den man in Osterkörbe stopft) aus einer Vagina holte. Sie hat nicht nachgefragt und die Patientin hat es nicht erklärt.“

Geschmackssache 

„Mein Vater ist Gynäkologe und hat mir folgende Geschichte erzählt: Er behandelte ein Mädchen, das seit Monaten grünlich-schaumigen Ausfluss hatte. Er verschrieb ihr sofort Medikamente und sagte ihr, sie solle sie aufbrauchen. Ein paar Wochen später kam sie wieder und hatte immer noch den Ausfluss, weil sie die Medikamente nicht weiter genommen hat. Mein Vater fragte sie, warum sie die Medikamente abgesetzt habe, und sie meinte: ‚Naja … Mein Freund liebt den etwas ungewöhnlichen Geschmack.‘ “

Vampir-Fliege

„Während meiner Gyn-Rotation, hatte sich eine Frau einmal Knoblauch eingeführt, um eine Pilzinfektion zu behandeln. Das ist eigentlich kein schlechtes oder unübliches Hausmittel, doch als wir ihr den Knoblauch entfernen wollten und gerade das Spekulum eingeführt hatten, flog plötzlich eine Fliege aus ihrer Vagina heraus. Sie muss Stunden oder Tage in ihr gewesen sein. Bis zum heutigen Tage frage ich mich, ob sie als Made im Knoblauch in den Körper der Frau kam, wie sie da drin gelebt hat und so weiter ... “.

Berührungsbedarf

„Ich hatte eine ältere süße Dame so um die 80 zur Untersuchung. Ich fragte sie, ob sie sich jemals selbst die Brüste untersucht hatte und sie meinte, nein, also sagte ich zu ihr: ‚Na gut, dann bringe ich es Ihnen mal bei, damit Sie dafür in Zukunft nicht mehr reinkommen müssen.‘ Sie meinte: ‚Wunderbar‘, und ich fing an. Plötzlich stöhnte sie laut auf: ‚Oh Gott! So wurde ich seit 30 Jahren nicht mehr berührt.‘ Ich wurde blass. ‚Untersuchen Sie auch untenrum, junger Mann?‘ Daraufhin rief ich meine Assistentin ins Behandlungszimmer, bevor ich weitermachte.“

1, 2, 3 ...

„Als mein Mann ein Praktikant in einem öffentlichen Krankenhaus in Brasilien war, erzählte er mir von einer Frau, die sich über einen faulen Geruch ihrer Vagina beschwert. Nach genauer Untersuchung zieht der Arzt nicht nur eins, sondern gleich drei Kondome raus, die in ihr ‚verloren‘ gegangen sind. Sie meinte, dass sie und ihr Freund zum letzten Mal vor über einem Monat Sex hatte.“

Warzenmasse 

Der schlimmste Fall, von dem mir meine Frau, sie ist Gynäkologin, erzählte, war von einer weiblichen Gefängnisinsassin, die einen so schweren Fall von Genitalwarzen hatte, dass es unmöglich war, bestimmte anatomische Strukturen zu erkennen. Es war einfach eine riesige Masse von Warzen und infiziertem Ausfluss. Außerdem war sie in der zehnten Woche schwanger und immer noch sexuell aktiv.“

Schmuckkiste

„Ich untersuchte einmal eine schwangere Teenagerin, die untenrum so stark gepierct und behangen war, dass ich erst mal die anwesende medizinische Fachangestellte bitten musste, die Schmuckstücke vorsichtig zu entfernen, da ich einfach nichts gesehen habe.“

Missverständnis

„Mein Frauenarzt erzählte mir mal von einer lieben älteren Dame, die bei ihm in Behandlung war, da sie ständig mit Pilzinfektionen zu kämpfen hatte. Mein Arzt sagte ihr, dass Joghurt in diesem Fall helfen könne. Beim nächsten Termin hatte die Dame sich rosa Erdbeerjoghurt in den Intimbereich geschmiert. Was mein Arzt eigentlich meinte: Sie soll mehr Naturjoghurt essen!“

Herausgeputzt

„Ich musste zu meinem Termin beim Frauenarzt und hatte davor nicht genügend Zeit für eine gründliche Reinigung des Scheidenareals und so griff ich einfach zu dem Waschlappen, der auf dem Waschbecken lag und wusch mich schnell. Den Waschlappen warf ich noch in den Wäschekorb, zog mich hastig an und fuhr eilig zur Praxis. Ich kletterte wie gewohnt auf den Stuhl, starrte an die Decke und stellte mir vor, ich sei in Paris oder an einem anderen weit entfernten Ort. Der Arzt kam hinein und ich muss sagen, dass ich schon etwas verwundert war, als er sagte: ‚Oh, da haben wir uns heute aber Mühe gegeben!‘ Ich antwortete nicht und war erleichtert, als die Untersuchung vorbei war.Den Rest des Tages verbrachte ich wie immer mit Aufräumen, Einkaufen und Kochen. Als die Schule vorbei war, kam meine 6-jährige Tochter nach Hause. Sie spielte für sich alleine im Badezimmer, als sie rief: ‚Mama, wo ist mein Waschlappen?‘ Ich sagte ihr, dass er in der Wäsche sei und sie sich einen neuen nehmen solle. Sie entgegnete: „Nein Mama, ich muss genau den haben, der auf dem Waschbecken lag, ich habe nämlich mein ganzes Glitter und die Sternchen da hineingetan!“

Feierlich

„Ich habe mir die Haare untenrum zum Valentinstag für meinen Mann herzförmig abrasiert. Habe mir nicht viel dabei gedacht, bis mein Frauenarzt am nächsten Tag zu Beginn der Untersuchung meinte: ‚Herzlich Willkommen‘“

Aus der anderen Perspektive

Der Gang zum Frauenarzt ist für die wenigsten Frauen ein Zuckerschlecken. Aber wie diese Geschichten zeigen, sollte man anscheinend auch manchmal daran denken, wie es den Ärzten dabei geht.

Weitere Informationen:

Auf der Online-Plattform Reddit haben einige Gynäkologen ihre seltsamsten Anekdoten geteilt und Patientinnen wiederum ihre merkwürdigsten Erfahrungen. https://www.reddit.com/

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