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28.02.2018 | Onkologie | Ausgabe 2/2018

Wiener klinisches Magazin 2/2018

Grundlagen der Krebsimmuntherapie

Tumorantigene und Impfung bei Krebs

Zeitschrift:
Wiener klinisches Magazin > Ausgabe 2/2018
Autor:
Univ.-Prof. Dr. Thomas Wölfel
Wichtige Hinweise
Dieser Beitrag wurde in der Zeitschrift Der Onkologe 2017 · 23:807–814, https://​doi.​org/​10.​1007/​s00761-017-0270-2 erstveröffentlicht. Zweitpublikation mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Zusammenfassung

Hintergrund

Tumoren können vom Immunsystem erkannt werden. Physiologische Mechanismen der immunologischen Toleranz und Ignoranz führen jedoch dazu, dass Tumoren trotzdem nicht abgestoßen werden. Der Weg von der Induktion einer Immunantwort bis zu einer Abstoßungsreaktion ist komplex und störanfällig, bildhaft dargestellt im Krebsimmunzyklus von Chen und Mellman.

Ergebnisse

Mit kontinuierlich verbesserter Methodik wurde eine Vielzahl von Antigenen unterschiedlicher Expressionsmuster identifiziert, die sich als Zielstrukturen für die Krebsimmuntherapie eignen. Es ist jetzt möglich, individuelle mutierte Neoantigene mit vertretbarem Aufwand zu identifizieren. Die therapeutische Impfung zielt ebenso wie die Checkpointblockade auf die Rekrutierung körpereigener Abwehrmechanismen. Die unzulänglichen Ergebnisse bisheriger Impfstudien werden v. a. damit erklärt, dass diese weder die Individualität der Tumor-Wirt-Interaktion noch immunologische Gegenregulation und die Durchbrechung tumoreigener Immunbarrieren in ausreichendem Maße beinhalteten. Die klinischen Erfolge der Checkpointblockade unterstreichen − wenn auch nur bei einer Subgruppe von Patienten mit nachhaltigem Effekt − das im körpereigenen Immunrepertoire liegende Potenzial.

Schlussfolgerungen

Technologische Fortschritte und eine enge Verzahnung von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung haben nahezu exponentiell wachsende Optionen für die Entwicklung neuer Immuntherapeutika geschaffen. Um dies nachhaltig und breit nutzen, ist es essenziell, immunologisch relevante prädiktive Biomarker zu entdecken und für den differenzierten Einsatz unterschiedlicher Immuntherapieverfahren und deren rationale Kombination auch mit nichtimmunologischen Therapien zu etablieren, um den Krebsimmunzyklus in Gang zu halten.

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Literatur
Über diesen Artikel

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