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23.10.2017 | Gesundheitspolitik | Redaktionstipp | Onlineartikel

Hilfe aus Österreich am Fuß des Kilimandscharos

Autor:
Martin Křenek-Burger

© Africa Amini Alama

Das Africa Amini Alama Health Center in Momella ist vom tansanischen Gesundheitsministerium als beste Krankenstation des ganzen Landes ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung ist der gelungenen Zusammenarbeit vieler österreichischer und tansanischer Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern und Pfleger zu verdanken, die mit geringen Mitteln bestmögliche Arbeit leisten, teilte die Organisation mit. Aus Österreich werden Fachwissen und moderne medizinische Geräte importiert.

„Africa Amini Alama“ (AAA) ist ein in Österreich, Deutschland und der Schweiz registrierter Verein mit Spendenabsetzbarkeit und eine in Tansania registrierte NGO. Der Name der Initiative bedeutet „Afrika, ich glaube an dich“. 2009 wurde der Verein von DDr. Christine Wallner ins Leben gerufen. Sie lebt vor Ort im Norden von Tansania, ihre Tochter Mag. Dr. Cornelia Wallner-Frisee leitet den Verein als Geschäftsführerin. Die Organisation umfasst heute eine Krankenstation, Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsprojekte, Schulen, ein Waisenhaus und vier Wasserprojekte. Finanziert werden die Projekte durch Spenden, eigene finanzielle Mittel, viele Helfer und das nachhaltige Tourismusprojekt.

Die 50 Mitarbeiter des Africa Amini Alama Health Centers  behandeln täglich 100 bis 150 Menschen aus der Region am Fuße des Kilimandscharos. Eines der größten Probleme, mit denen die Bevölkerung zu kämpfen hat, ist Unterernährung. Andere Krankheiten sind auch in Österreich allgegenwärtig, ihre Behandlung stellt in Afrika aber eine Herausforderung dar. Dazu gehören Lungenerkrankungen, wie Asthma oder Bronchitis, Diabetes, Bluthochdruck, Immunschwächen oder Infektionskrankheiten. Freiwillige Volunteers aus Österreich, darunter Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern/Pfleger, unterstützen das tansanische Team bei der Behandlung der Patienten.

 Österreichische Chirurgen dringend gesucht

Aktuell werden dringend Chirurgen gesucht, die die Mitarbeiter vor Ort schulen. Dank des ständigen Wissenstransfers durch österreichische Ärzte sowie der Bereitstellung von medizinischen Geräten aus Österreich kann das praktizierende Personal immer schneller und besser diagnostizieren und behandeln. Künftig beginnen diese auch mit orthopädischer Chirurgie. „Als ich vor sieben Jahren mitten im Nirgendwo eine kleine, provisorische Krankenstation aufgebaut habe, hätte ich mir niemals träumen lassen, was daraus entstehen kann. Jetzt als bestes Health Center des Landes ausgezeichnet zu werden ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit, die wir jeden Tag mit ganz viel Herz leisten“, zeigt sich die Gründerin und Wiener Ärztin Christine Wallner stolz. Das Africa Amini Alama Health Center kombiniert Schulmedizin mit naturheilkundlichen Praktiken. Mittlerweile umfasst dieses auch eine Zahnarztpraxis, eine Augenklinik, eine Geburtenstation und ein eigenes Labor. Sogar Amputationen oder Schilddrüsenoperationen werden im eigenen Operationssaal durchgeführt.

 Hilfe für jeden

Viele Patienten nehmen oft weite Wege auf sich, um die Leistungen des Health Centers in Anspruch nehmen zu können. „Bei uns werden viele sozial benachteiligte Personen betreut. Wir stellen Versicherungskarten aus, die eine gratis Betreuung ermöglichen. So eine Karte kostet normalerweise sieben Euro und damit ist die Betreuung einer sechsköpfigen Familie für ein Jahr gesichert“, so die Geschäftsführerin von Africa Amini Alama Cornelia Wallner-Frisee. Ziel ist es, dass jene, die sich eine medizinische Behandlung leisten können, dafür bezahlen. Für andere soll es kostenlos sein.

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