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04.04.2018 | Gesundheitspolitik | Onlineartikel

Sandra Frauenberger tritt zurück

​​​​​​​Nach nur einem Jahr ist Schluss: Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) zieht den Hut - und will künftig nur noch im Gemeinderat tätig sein. 

In einem kleinen Kreis an Journalistinnen gab Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) überraschend ihren Rücktritt bekannt. Frauenberger zufolge sei "keine sachliche, politische Auseinandersetzung" mehr möglich gewesen, jede Veränderung werde mit ihr Verbindung gebracht. Reformen seien dadurch für sie nicht mehr möglich, zu persönlich sei die Kritik an ihrer Person geworden. 

Auf Facebook beteuert sie ihre besten Absichten: "Mir sind die Reformen, die es im Gesundheitsressort braucht – insbesondere die Neuorganisation des KAV – zu wichtig, um sie von einer Boulevard-Kampagne gegen meine Person gefährden zu lassen." Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt - die Gerüchteküche brodelt jedoch bereits.

KH Nord und KAV-Konzept als Stolpersteine

Frauenberger war in den vergangenen Wochen mit heftiger Kritik konfrontiert. Neben der Esoterik-Affäre rund um das ohnehin schon viel diskutierte KH Nord hatte die Stadträtin derzeit auch mit parteiinternem Widerstand gegen den ersten Entwurf für die KAV-Neustrukturierung zu kämpfen, wie "Die Presse" berichtete. Demnach hätten die Genossen die angedachte Führungsstruktur oder angebliche Schlupflöcher für Privatisierungsbestrebungen von Tochterfirmen bemängelt. Die Parteifreunde hätten Frauenberger das Konzept "zurückgeschmissen", hieß es.

Häupl nahm die Gesundheitsstadträtin damals in Schutz: "Das ist vollkommener Unsinn und eine Fehlinterpretation", konterte er am Rande einer Gemeinderatssitzung auf Fragen von Journalisten. "Die Frau Stadträtin hat auftragsgemäß intern einmal ihr Konzept für eine Neuorganisation vorgelegt. Bei so einem Riesenprojekt gibt es klarerweise Diskussionen und daher wird es jetzt überarbeitet. Da stimmt man wahrscheinlich mit 95 Prozent überein, der Rest wird überarbeitet werden müssen", schilderte der ebenfalls scheidende Bürgermeister. Seine Bemühungen um Frauenberger blieben umsonst.

Ergebnis der Leserumfrage

Die meisten Leser tippen laut unserer Umfrage übrigens auf Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres als Frauenbergers Nachfolger. Fast ebenso viele glauben jedoch, dass es keine der bisher gehandelten Personen wird.

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