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05.08.2019 | Geschichte der Medizin | originalarbeit

Anno 1529 – der „Englische Schweiß“ in Wien, die Türken um Wien

Zeitschrift:
Wiener Medizinische Wochenschrift
Autor:
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. Heinz Flamm
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Nach der Schlacht von Bosworth 1485 entstand in London eine schreckliche Epidemie des Englischen Schweißes. Bis 1551 folgten vier weitere, von denen nur jene von 1529 Mittel- und Nordeuropa erreichte. Diese bedrängte auch die Menschen im umkämpften Wien während der „Ersten Türkenbelagerung“.
Die mit Kopfschmerzen, Tachykardie und Fieber plötzlich Erkrankten produzieren stark stinkenden Schweiß. Sie werden von großer Angst, von Delirien und Schlafsucht geplagt. Die Erkrankung dauert meist nur 24 Stunden, sie kann aber auch in kürzerer Zeit zum Tode führen. Zu Anfang der Epidemien ist die Letalität besonders hoch. Die Behandlung muss sofort mit bestimmten Mitteln beginnen. Die Kranken werden durch verschiedene Methoden warm und schlaflos gehalten („Niederländisches Regiment“). Die dadurch verursachte große Todesrate konnte durch Vermeidung des Hitzestaus gesenkt werden („Englisches Regiment“).
Als Ursache des Englischen Schweißes vermute ich eine wieder verschwundene „Emerging Disease“ des 15./16. Jahrhunderts, wie heute z.B. die neuen Grippe-Varianten oder AIDS, Ebola und SARS.

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Literatur
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