Senolytika: neue Wunderwaffe gegen altersassoziierte Erkrankungen?
- 30.01.2026
- Geriatrie und Gerontologie
- Originalien
- Verfasst von
- Ingo Lämmermann
- Assoc. Prof. Dr. Johannes Grillari
- Erschienen in
- Gynäkologie in der Praxis
Zusammenfassung
Die Gesamtheit der von seneszenten Zellen ausgeschütteten Faktoren und deren entzündungsförderndes Sekretom (SASP) tragen maßgeblich zu einer Vielzahl altersassoziierter Erkrankungen bei. Senotherapeutische Ansätze – entweder durch Modulation des SASP mittels Senomorphika oder durch gezielte Eliminierung seneszenter Zellen mittels Senolytika – eröffnen damit neue Möglichkeiten für ursächliche Therapien jenseits symptomorientierter Behandlung. Präklinische Modelle zeigen konsistent funktionelle Verbesserungen in Muskeln, Organen und Stoffwechsel sowie teilweise eine Verlängerung der gesunden Lebensspanne. Erste klinische Studien liefern vorsichtig positive Signale, insbesondere für idiopathische Lungenfibrose, chronische Nierenerkrankung und Osteoarthritis, bleiben aber aufgrund kleiner Fallzahlen, fehlender Biomarker und der Verwendung von nichtoptimierten Wirkstoffen noch begrenzt aussagekräftig. Zugleich bestehen wichtige Herausforderungen: die Heterogenität seneszenter Zellpopulationen, das Fehlen verlässlicher diagnostischer Marker, Sicherheitsaspekte und regulatorische Anforderungen. Eigene Forschungsarbeiten sowie die Ausgründung Rockfish Bio entwickeln präzisere und selektivere Senolytika der nächsten Generation, die in präklinischen Modellen vielversprechende Wirksamkeit ohne erkennbare Nebenwirkungen zeigen. Parallel wird an zirkulierenden miRNAs als potenziellen klinischen Biomarkern gearbeitet. Ob Senotherapeutika den Sprung in die klinische Routine schaffen, hängt von robusten Studiendaten und klaren Zulassungsverfahren ab. Mit ersten Markteinführungen ist frühestens in vier bis sechs Jahren zu rechnen. Bis dahin bleibt ihr Einsatz auf klinische Studien beschränkt und erfordert eine realistische, evidenzbasierte Beratung der Patient*innen.
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- Titel
- Senolytika: neue Wunderwaffe gegen altersassoziierte Erkrankungen?
- Verfasst von
-
Ingo Lämmermann
Assoc. Prof. Dr. Johannes Grillari
- Publikationsdatum
- 30.01.2026
- Verlag
- Springer Vienna
- Schlagwörter
-
Geriatrie und Gerontologie
Der geriatrische Patient
Pharmakologie und Toxikologie
Prävention und Gesundheitsförderung - Erschienen in
-
Gynäkologie in der Praxis
Print ISSN: 3005-0758
Elektronische ISSN: 3005-0766 - DOI
- https://doi.org/10.1007/s41974-026-00403-2
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