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09.01.2018 | Gastroenterologie | Redaktionstipp | Onlineartikel

Artenvielfalt der guten Darmbakterien hält uns gesund

Autor:
Martin Křenek-Burger
Die kurzkettige Fettsäure Butyrat wird von Darmbakterien gebildet und ist die Hauptenergiequelle der Darmzellen. Sie ist ein wichtiger Faktor für die Gesunderhaltung des Menschen, da sie das Darmepithelium stärkt und die lokale Immunabwehr stabilisiert. Ein chronischer Mangel an Butyrat steht in Verbindung mit Erkrankungen wie Typ 2-Diabetes, Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Damit rückte die Fettsäure und die sie produzierenden Bakterien stark in den Fokus der aktuellen Mikrobiomforschung, die sich bisher vor allem auf Untersuchungen einzelner Bakterienarten konzentrierte. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) haben jetzt die große Vielfalt der Darmbakterien, welche Butyrat bilden können, aufgedeckt und somit das gesamte Butyrat-produzierende Potenzial komplexer Bakteriengemeinschaften begonnen zu erforschen. Die Forscher konnten zeigen, dass im Durchschnitt über 20 verschiedene Butyrat-bildende Arten im Darm einer Person zu finden sind, die sich unterschiedlichen Umweltbedingungen gezielt anpassen können, um in ihrer Gesamtheit die menschliche Gesundheit zu erhalten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher vor kurzem im Fachjournal mSystems.    „Ein chronischer Mangel an Butyrat wird in verschiedenen Publikationen in Verbindung mit dem Auftreten von Krankheiten wie Typ 2-Diabetes, Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gebracht. Zudem erhöht es das Risiko von Infektionskrankheiten im Darm“, sagt Dr. Marius Vital, Wissenschaftler in der HZI-Arbeitsgruppe „Mikrobielle Interaktionen und Prozesse“. „Die Butyrat-produzierende Gemeinschaft im Darm besteht aus vielen Bakterienstämmen und bildet eine biochemisch diverse Gruppe“, sagt Vital. „Dabei sind viele Bakterienarten involviert, vor allem verschiedene Firmicutes und auch einige Bacteriodetes. Oft wird jedoch die funktionelle Leistungsfähigkeit der gesamten Bakteriengemeinschaft im Darm vernachlässigt, was eine umfassende Analyse zur Butyratbildung erschwert.“ Die HZI-Forscher fanden heraus, dass im Durchschnitt pro Person mehr als 20 Bakterienarten in der Darmflora in der Lage sind, Butyrat zu bilden. „Unsere Untersuchungen konnten zeigen, dass viele Bakterien die für uns so wichtige Fettsäure produzieren“, sagt Marius Vital. „Diese große Artenvielfalt an Butyrat-bildenden Bakterien hilft, eine funktionelle Stabilität des Darmmikrobioms im Alltag zu erhalten und auch grobe Störungen wie eine Antibiotikabehandlung zu reduzieren.“ Auch die Ernährung zeige einen Einfluss auf das Vorhandensein von Butyrat-bildenden Bakterien, die bei pflanzenhaltiger Ernährung zunehmen – im Vergleich zu einem übermäßigen Verzehr von fleischhaltigen Nahrungsmitteln. Des Weiteren konnte bestätigt werden, dass ein Mangel an Butyrat-bildenden Bakterien mit diversen Volkskrankheiten wie Diabetes, Atherosklerose oder Fettleibigkeit in Verbindung stehen.

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