Flusskontrollierte Beatmung bei herzchirurgischen Eingriffen
- Open Access
- 15.05.2025
- AIC-Wissenschaftspreis 2024: 2. Platz
Graphic abstract
Originalpublikation
Spraider P, Abram J, Martini J et al (2023) Flow-controlled versus pressure-controlled ventilation in cardiac surgery with cardiopulmonary bypass—A single-center, prospective, randomized, controlled trial. J Clin Anesth 91:111279.
In dieser randomisierten klinischen Studie an der Medizinischen Universität Innsbruck wurde die flusskontrollierte Beatmung (FCV) mit dem Standard der druckkontrollierten Beatmung (PCV) über den operativen Zeitraum bei elektiven herzchirurgischen Eingriffen mit kardiopulmonalem Bypass verglichen. Der primäre Outcome-Parameter war die Oxygenierungsleistung, gemessen an der paO2/FiO2-Ratio 15 min nach intraoperativem Thoraxverschluss. Weitere Endpunkte stellten das benötigte Atemminutenvolumen zur Erreichung einer Normokapnie sowie die Lungenbelüftung gemessen an der Hounsfield-Unit-Verteilung der unmittelbar postoperativ angefertigten computertomographischen Bilder dar.
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Zwischen April 2020 und April 2021 wurden 56 Patient:innen in die Studie eingeschlossen und 50 ausgewertet. Die mediane paO2/FiO2-Ratio war in der FCV-Gruppe (n = 24) zum primären Endzeitpunkt verbessert (356 vs. 309 mm Hg, MD 46 (95 % CI 3 bis 90); p = 0,038), sowie das benötigte Minutenvolumen zur Erreichung einer Normokapnie im Vergleich zur PCV-Gruppe (n = 26) reduziert (4,0 vs. 6,1 l/min, MD −2,0 (95 % CI −2,5 bis −1,5); p < 0,001). Dies korrelierte mit einer deutlichen Reduktion der beatmungsassoziierten Mechanical Power (5,1 vs. 9,8 J/min, MD −5,1 (95 % CI −6,2 bis −4,0); p < 0,001). Die Evaluation der Lungenbelüftung anhand der CT-Bilder ergab eine Reduktion der nicht belüfteten Lungenabschnitte mit FCV ohne Anwendung von Rekrutierungsmanöver verglichen zur PCV-Gruppe, in der zumindest ein Rekrutierungsmanöver nach Beendigung des kardiopulmonalen Bypasses durchgeführt wurde (5 vs. 7 %, MD −3 (95 % CI −4 bis −1); p < 0,001).
Fazit für die Praxis
Zusammenfassend geht die flusskontrollierte Beatmung nicht nur mit einer verbesserten Oxygenierung und Lungenbelüftung bei herzchirurgischen Eingriffen einher, sondern führt durch die effizientere CO2-Elimination bei konstanten Gasfluss auch zu einer deutlichen Reduktion der auf das Lungengewebe einwirkenden Energie.
Interessenkonflikt
P. Spraider gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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