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Reanimation auf 10.000 Metern Höhe

Springer Medizin

Bei Herz-Kreislauf-Vorfällen im Flugzeug stehen wie immer Herzdruckmassage und Beatmung im Vordergrund – auf sehr beengtem Raum. Gewisse Dinge müssen aufgrund von Flughöhe beachtet werden.

Ist ein Patient nicht mehr ansprechbar und atmet nicht normal, beginnen Sie möglichst rasch mit den klassischen Wiederbelebungsmaßnahmen. Die Herzmassage erfolgt in der Luft genauso wie am Boden: den Patienten in Rückenlage bringen, den Oberkörper freimachen, in der Mitte des Brustkorbs am Brustbein ansetzen, beidhändig und gleichmäßig bis zu 6 Zentimeter tief zudrücken und wieder entlasten. Um Kraft zu sparen, strecken Sie Ihre Arme durch und arbeiten mit Ihrem eigenen Körpergewicht. Komprimieren Sie dabei den Thorax des Patienten mit einer Frequenz von etwa hundert Mal pro Minute. Die Helfer sollten sich dabei alle zwei Minuten abwechseln, da sehr rasch Ermüdung eintritt. Unterbrechen Sie die Herzdruckmassage außerdem für zwei Atemspenden nach etwa 30 Thoraxkompressionen.

Steht ein Defibrillator zur Verfügung, sollte dieser so rasch wie möglich eingesetzt werden. Das Aufkleben der Elektroden sowie alle weiteren vorbereitenden Vorgänge sollten parallel zu den manuellen Wiederbelebungsmaßnahmen durch einen zweiten Helfer erfolgen. Das Gerät führt nach dem Einschalten über Sprachanweisungen genau durch den Prozess. Im Rahmen des advanced life support hat die Anlage eines venösen Zugangs Priorität gegenüber einer Atemwegssicherung durch Intubation. Bedenken Sie außerdem, dass eine Intubation im Flugzeug mit weitreichenderen Komplikationen verbunden sein kann als am Boden.

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