Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

14.10.2020 | Originalien

Fallbericht: heterotope Retransplantation von kryokonserviertem Ovarialgewebe nach Adenokarzinom der Cervix uteri

Zeitschrift:
Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich
Autoren:
Dr. Markus Lipovac, Julia Herzog, Martin Imhof
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Einleitung

Die Retransplantation von kryokonserviertem Ovarialgewebe ist eine etablierte Methode zur Wiederherstellung der autologen Hormonproduktion und Rekonstitution der Fertilität nach Strahlen- und/oder Chemotherapie bei Frauen im fertilen Alter und führte weltweit bisher zu mehr als 170 Geburten.

Falldarstellung

Die 31-jährige Patientin erkrankte im Jahr 2013 an einem Adenokarzinom der Cervix uteri, pT1b1V0L0. Im Jänner 2014 erfolgte die erweiterte Hysterektomie mit Lymphknotendissektion und Adnexektomie beidseits, auf Wunsch der Patientin wurde zuvor Ovarialgewebe per Laparoskopie entnommen und kryokonserviert. Bei Rezidivfreiheit von 5 Jahren unter laufender Hormonersatztherapie (HRT) wurde im November 2019 auf Wunsch der Patientin die Retransplantation von 2 Ovargewebestücken entlang der Fascia brachialis des linken Unterarms durchgeführt. Einen Monat nach Retransplantation beendete die Patientin die Einnahme der HRT, 3 Monate danach durch Überprüfung der Gonadotropine und E2-Spiegel eine regelrechte Funktion des retransplantierten Gewebes nachgewiesen werden. Es trat eine deutliche Schwellung im Bereich der Retransplantationsstelle auf, bei einer Ultraschallkontrolle im Mai 2020 konnten 3 vitale Follikel dargestellt werden.

Schlussfolgerung

Dies ist die erste erfolgreiche Retransplantation von kryokonserviertem Ovarialgewebe zur Rekonstituierung der autologen Hormonproduktion bei einer Zervixkarzinompatientin in Österreich. Durch Blut‑, Ultraschall- und zytologische Untersuchung, nicht zuletzt aber aufgrund des persönlichen Wohlbefindens der Patientin konnte der Nachweis der Funktionalität des retransplantierten Gewebes auch 6 Monate nach dem Eingriff erbracht werden. Zuletzt möchten wir auf die Wichtigkeit der Information und Beratung junger Patientinnen mit Tumorerkrankungen bezüglich einer Fertilitätsprotektion hinweisen.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Literatur
Über diesen Artikel