Eine scheinbar banale Szene am Arbeitsplatz entpuppt sich als Beginn einer diagnostischen Odyssee.
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Eine 60-jährige Patientin steht verwirrt vor ihrem Computer, kann sich nicht an ihr Passwort erinnern. Die Kolleginnen werden hellhörig – etwas stimmt nicht. Das MRT zeigt multiple Läsionen in unterschiedlichen Stadien – Pons, Stammganglien beidseits, von hyperakut bis chronisch. Zunächst scheint die Diagnose klar: ischämisches Geschehen, Basilaris-Spitzensyndrom. Doch weder CT-Angiographie noch Vaskulitis-Screening oder kardiologische Abklärung liefern Erklärungen.
Erst die – in der Routine-Schlaganfallabklärung oft übersehene – Liquorpunktion bringt die Wende und eine Diagnose, die weltweit nur in 62 dokumentierten Fällen gestellt wurde.
Hier geht es zum Fall
Die zentralen Fragen:
Wann sollten wir bei atypischen Schlaganfallverläufen den Mut zur erweiterten Diagnostik aufbringen? Welche Rolle spielt die Liquorpunktion in der Ära hochauflösender Bildgebung? Wie erkennen wir subtile kognitive Veränderungen nach Schlaganfällen?
Ein Austausch über typische Fehlerquellen in der Diagnostik, seltene Differenzialdiagnosen und die Balance zwischen Leitlinien und klinischem Bauchgefühl.
Wir haben nie 100 und nie 0 – Medizin ist dunkel und hellgrau.
Dr. Stefanie Poggenburg
In der ersten Folge von „Ein Fall für 2“ diskutieren:
Links: PD Dr. Peter Lackner, Vorstand der Abteilung für Neurologie, Klinik Floridsdorf
Rechts: Dr. Stefanie Poggenburg, Allgemeinmedizinerin,
1. Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin,
Vorsitzende der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin