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01.04.2016 | leitlinien für die praxis | Sonderheft 2/2016

Wiener klinische Wochenschrift 2/2016

Exokrine Pankreasinsuffizienz und Diabetes mellitus

Zeitschrift:
Wiener klinische Wochenschrift > Sonderheft 2/2016
Autoren:
Raimund Weitgasser, Heidemarie Abrahamian, Martin Clodi, Sandra Zlamal-Fortunat, Heinz F. Hammer

Zusammenfassung

Die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) bei Diabetes-Patienten ist häufig und die ursächlichen Zusammenhänge sind wechselnd, wobei sowohl Erkrankungen des exokrinen als auch des endokrinen Pankreas auslösend sein können. Auf Basis der fäkalen Elastase-1 erhobene Studiendaten beschreiben Prävalenzen von 10‒30 % mit schwerer und 22‒56 % mit moderater EPI bei Patienten mit Typ 1 Diabetes sowie Raten von 5‒46 % bei Patienten mit Typ 2 Diabetes. Allerdings berichten nicht alle Patienten über die klassischen Symptome mit Durchfällen, Steatorrhoe und Gewichtsabnahme. Die invasive Diagnostik ist der heute kaum mehr verfügbare Goldstandard. Unter den nicht-invasiven Tests weist die Bestimmung der Elastase-1 im Stuhl die höchste Sensitivität und Spezifität auf. Die Testung auf fäkale Elastase-1 sollte bei allen symptomatischen Patienten durchgeführt werden. Differentialdiagnostisch sind unter anderem Erkrankungen wie Zöliakie (betrifft ca. 3–5 % aller Patienten mit Typ 1 Diabetes) und autonome Neuropathien des Magen-Darm-Traktes, aber auch Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom und gastrointestinale Karzinome zu berücksichtigen. Symptomatische Patienten mit einer fäkalen Elastase-1 < 100 µg/g sollten mit Pankreasenzymen in ausreichender Dosierung adäquat therapiert werden. Die Therapie verbessert die Symptomatik signifikant, die Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen wird normalisiert, das Osteoporoserisiko positiv beeinflusst. Eine Verbesserung der diabetischen Stoffwechsellage lässt sich hingegen nicht in allen Studien dokumentieren.
Ein pankreopriver, auch als Typ 3c bezeichneter Diabetes, muss nicht zwangsläufig mit Insulin behandelt werden, auch eine Behandlung mit oralen Diabetespräparaten ist – zumindest initial – oft ausreichend.

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Literatur
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