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29.07.2020 | Originalien Open Access

Erwartungserwartungen

Das kinder- und jugendärztliche Gespräch aus radikal-konstruktivistischer Sicht

Zeitschrift:
Pädiatrie & Pädologie
Autor:
Univ.-Prof. Dr. Peter Scheer
Wichtige Hinweise
Vortrag an der Kinder- und Jugendärztlichen Fortbildungstagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, Venedig 2019.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Der radikale Konstruktivismus ist eine erkenntnistheoretische Strömung des letzten Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund einer sich auflösenden Zeit-Raum-Konstante wurde es nötig, neue erkenntnistheoretische Konzepte zu erfinden. Der radikale Konstruktivismus basiert auf der Erkenntnis, dass wir nur das wahrnehmen können, was wir sensorisch-sinnlich an- und aufnehmen und kennt definitionsgemäß keine absolute „Wahrheit“ mehr. Wahrnehmung und Verarbeitung ist also ein immer individuell subjektives Phänomen, die Wirklichkeit ein Konstrukt, das im Einzelnen entsteht und handlungsleitend wird.
In der Interaktion zwischen Eltern, Kind und Arzt können und müssen die Wirklichkeitskonstruktionen naturgemäß unterschiedlich sein. Sowohl durch die emotionalen Bindungen, als auch durch die Annahmen über die Befindlichkeiten des Kindes. Die Konstruktionen des Arztes sind dabei durch die vom Souverän gegebene Macht der Wirklichkeitserklärung, die sich in den Gebilden Universität und Weiterbildung abbilden, als die „Richtigen“ gekennzeichnet. Denen haben sich die Eltern sozusagen von sich aus unterzuordnen, ansonsten werden sie als „non-compliant“ verurteilt. Anregungen, Ideen des Konstruktivismus in die eigene Reflexion aufzunehmen, werden gegeben.
Literatur
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