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23.04.2019 | fallbericht | Ausgabe 15-16/2019

Wiener Medizinische Wochenschrift 15-16/2019

Einzelfallbericht über abweichende Pflegemaßnahmen eines PICC-Katheters bei einem Palliativpatienten

Zeitschrift:
Wiener Medizinische Wochenschrift > Ausgabe 15-16/2019
Autoren:
MSc Mag. rer. nat. Mag. phil. Dr. med. univ. Günter Polt, Ingrid Bruchmann
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Ein PICC-Katheter ist ein peripher über eine Vene des Oberarms eingeführter zentralvenöser Katheter. Dieser Einzelfall betrachtet ein konkretes in Verwendung befindliches Fixiersystem (StatLock®) mit Haft/Klebeplatte.
Die dazu im Umlauf befindlichen Pflegeempfehlungen orientierten sich bei einer Internet Recherche 12/2017 überwiegend an dem „Pflegeleitfaden“ der Charité – Universitätsmedizin Berlin (04/2013). Ein 7‑tägiger Haftplatten- und Pflasterverbandwechsel (inkl. Spülungen und Hautdesinfektion) werden empfohlen.
Der Patient selbst war ein 65-jähriger Mann mit metastasierendem Prostatakarzinom in geschwächtem Allgemeinzustand und kachektischem Ernährungszustand. Er konnte sich im Wohnbereich selbstständig fortbewegen. Kognitive oder psychische Beeinträchtigungen bestanden nicht.
Die PICC-Katheteranlage am linken Oberarm erfolgte 04/2017. Ein Schenkel dieses PICC-Katheters wurde zur Schmerztherapie mittels PCA-Pumpe verwendet und der 2. Schenkel wurde täglich von der Lebenspartnerin mit 10 ml NaCl gespült. Der Haftplattenwechsel erfolgte in ca. 14-tägigem Intervall.
Auf Grund auftretender Hautprobleme und schmerzhafter Verbandswechsel entschied sich der Patient am 10.8.2017 keinen weiteren Haftplattenwechsel durchführen zu lassen.
Bei laufender Kontrolle durch den Transparentverband wurde dieser erstmals am 20.10.2017 gewechselt ohne dabei die Haftplatte zu entfernen. Der Haftplattenwechsel selbst erfolgte am 13.12.2017 völlig komplikationslos.
Im beschriebenen Fall traten auch nach mehr als 4 Monaten (20 Wochen) ohne Haftplattenwechsel keine Komplikationen auf. Dieses Vorgehen brachte dem Patienten eine massive Erleichterung.
Es wird angeregt die Empfehlungen für das Intervall des Haftplattenwechsels explizit für Palliativpatienten zu individualisieren und eine Verlängerung des Wechselintervalls zu diskutieren. Dabei sollte der Komfort und die Sicherheit der Patienten und weniger die Ökonomie (weniger Aufwand und weniger Kosten durch verlängerte Wechselintervalle) im Vordergrund stehen.

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Literatur
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