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01.12.2015 | Onkologie | Ausgabe 6/2015 Open Access

Wiener klinisches Magazin 6/2015

Durchbrechen von Therapieresistenzen

Therapeutischer Einsatz onkolytischer Viren am Beispiel des Newcastle-Disease-Virus

Zeitschrift:
Wiener klinisches Magazin > Ausgabe 6/2015
Autor:
Prof. Dr. Volker Schirrmacher

Zusammenfassung

Dieser Review gibt einen Überblick über therapeutische Einsatzmöglichkeiten onkolytischer Viren (OVs) am Beispiel eines Vogelvirus, des Newcasle-Disease-Virus (NDV). Seine Tumorselektivität und die Fähigkeit zur Selbstreplikation unterscheiden dieses biologische Therapeutikum von chemischen oder physikalischen Krebsbehandlungsmethoden, wie Chemotherapie (CT) oder Radiotherapie (RT). Im Gegensatz zu CT und RT ist die Onkolyse durch NDV unabhängig von Zellteilung. Daher hat dieses sich im Zytoplasma vermehrende RNA-Virus das Potenzial, auch Krebszellen in einem Ruhestadium, wie Tumorstammzellen oder metastaseninitiierende Zellen zu infizieren und abzutöten. Unerwünschte Nebenwirkungen durch NDV sind viel geringer als jene von CT oder RT.
Viele genetisch veränderte OVs versuchen, eine maximale Onkolyse durch Reduktion von antiviraler Immunität zu erzielen. Hier werden Beispiele vorgeführt, wie im Falle von onkolytischem NDV antivirale Immunität und die immunstimulierende Kapazität eines OVs so integriert werden können, dass eine maximale postonkolytische T-Zell-vermittelte Antitumorimmunität entsteht.
NDV induziert immunogenen Zelltod (ICD) mit multiplen Effekten auf das Immunsystem. Aktivierte Zellen des natürlichen und adaptiven Immunsystems helfen dabei, Tumorzellen zu zerstören, sodass eine maximale direkte Onkolyse durch das Virus gar nicht erforderlich ist. Tumorspezifische T-Zell-Antworten sind zusätzlich mit einer Gedächtnisfunktion ausgestattet, die über lange Zeiträume eine Schutzfunktion gegenüber minimaler residualer Erkrankung ausüben kann. Tumorspezifische T-Zell-Antworten werden insbesondere erhalten nach Antitumorvakzinierung mit autologen Krebsimpfstoffen, wie ATV-NDV und VOL-DC, die NDV als Gefahrensignalvermittler enthalten. Ergebnisse aus klinischen Studien und von Einzelfallverläufen bei Kombinationstherapien werden vorgestellt.
NDV hat auch das Potenzial, Tumorresistenzen zu durchbrechen. Solche Resistenzen können durch CT, RT oder auch durch Immuntherapie entstehen. Von daher sind die Einsatzmöglichkeiten von NDV in der Krebstherapie noch keineswegs ausgeschöpft.
Literatur
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