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01.11.2017 | Originalien | Ausgabe 4/2017

Journal für Urologie und Urogynäkologie/Schweiz 4/2017

Die überaktive Harnblase

Zeitschrift:
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Schweiz > Ausgabe 4/2017
Autoren:
Prim. Univ. Prof. Dr. Stephan Madersbacher, Dr. Julia Wolfesberger
Wichtige Hinweise

Dieser Beitrag wird auch im Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 2017, DOI https://​doi.​org/​10.​1007/​s41972-017-0010-2 veröffentlicht.

Zusammenfassung

Die überaktive Harnblase wird als Komplex der Harnspeichersymptomen unaufschiebbarer Harndrang, Pollakisurie und Nykturie verstanden. Durch den demographischen Wandel wird die Prävalenz in den nächsten Jahren um 20–30 % ansteigen. Die Basis für verhaltenstherapeutische Maßnahmen, wie Toilettentraining, Miktionstraining oder Regulation der Flüssigkeitszufuhr, liefert das Miktionsprotokoll. Medikamentös bleiben Antimuskarinika trotz des störenden antimuskarinergen Nebenwirkungsspektrums die Therapie der ersten Wahl. Hier kann durch bewusstes Auswählen der Substanz, der Applikationsform und durch korrekte Aufklärung des Patienten eine bessere Therapieadhärenz geschaffen werden. Mirabegron bietet sich bei Unverträglichkeit der Erstlinientherapie an und wird wesentlich besser vertragen. Andere Ansätze einer medikamentösen Therapie sind vaginal appliziertes Östrogen oder Instillationen zum Wiederaufbau der Glykosaminoglykanschicht (GAG-Schicht). Vor einer invasiven Therapie muss in jedem Fall eine urodynamische Abklärung stattfinden. Wiederholte Injektionen von Botulinumtoxin A stellen eine gute minimalinvasive Alternative ohne systemische Nebenwirkungen dar. Eine Neuromodulation kann bei überaktiver Blase invasiv oder nichtinvasiv stattfinden. Als letzte Maßnahmen werden chirurgische Interventionen, wie Blasenaugmentation und supravesikale Harnableitungen oder die Anlage eines Dauerkatheters bzw. einer Zystostomie, angeführt.

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Literatur
Über diesen Artikel

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