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20.03.2018 | Originalien | Ausgabe 2/2018

Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich 2/2018

Die transperineale Prostatabiopsie in Lokalanästhesie

Eine einfache, sichere, effiziente und kostengünstige Technik für den niedergelassenen Urologen

Zeitschrift:
Journal für Urologie und Urogynäkologie/Österreich > Ausgabe 2/2018
Autoren:
Dr. Osama Shahin, Mario Koch

Zusammenfassung

Als Standarduntersuchung zur Prostatakarzinomdiagnose gilt die transrektale Biopsie. Das Infektionsrisiko steigt jedoch mit zunehmender Antibiotikaresistenz der Darmflora. Wir präsentieren eine standardisierte, transperineale Biopsietechnik, welche seit Januar 2015 in unserer Praxis routinemäßig wie folgt angewendet wird: Prophylaxe mit 500 mg eines oralen Fluorquinolons, Steinschnittlage und Desinfektion des Perineums; rektales Einführen einer linearen Ultraschallsonde zur Bildgebung der Prostata sowie Sichtkontrolle der gesamten Prozedur; Lokalanästhesie durch Injektion von je 10 ml 1 %igem Lidocain beidseits und ventrolateral des Anus. Haut, Subkutis, Beckenboden und die Prostatakapsel werden betäubt. Eine Metallkanüle wird als Zugangshülse in die betäubte Haut vorgelegt. Durch diese erfolgt die standardisierte Gewebeentnahme der anterioren, mittleren und dorsalen Prostata. Bei Patienten mit vorgängiger multiparametrischer Magnetresonanzuntersuchung (mpMRT) werden zusätzlich kognitiv gezielt Proben entnommen. Vor Entlassung erfolgt eine Schmerzbewertung der Patienten auf einer 10-stufigen Skala. Bisher wurden 212 Patienten in einem mittleren Alter von 66,3 (49–84) Jahren biopsiert; davon 176 (83 %) mit vorliegendem mpMRT; der mediane PSA-Wert betrug 5,9 (0,3–600) ng/ml. Im Median wurden 12 (4–18) Proben entnommen. Es gab keine Infektionen oder stationäre Aufnahmen. Makrohämaturieepisoden waren selbstlimitierend. Zwei Patienten (0,9 %) erlitten einen Harnverhalt. Der mediane Schmerzscore lag bei 2,0 (0–8), die Krebsdetektionsrate bei 61,8 %. Die Kosten und der zeitliche Aufwand waren mit denen der transrektalen Technik vergleichbar. Die transperineale Entnahme könnte sich auch im niedergelassenen Bereich als kostenneutrale, effiziente und sichere Alternative zur transrektalen Entnahme durchsetzen.

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Literatur
Über diesen Artikel

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