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Erschienen in: Pädiatrie & Pädologie 5/2018

10.09.2018 | Originalien

Die leise Stimme des Kinds

verfasst von: Univ.-Prof. Dr. Peter Scheer

Erschienen in: Pädiatrie & Pädologie | Ausgabe 5/2018

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Zusammenfassung

Kinder- und Jugendärzte und sollen und können die „leise Stimme“ von Kindern und Jugendlichen hören. Sie sind die „Dr. Dolittles“ des Kinds. Dieses Verständnis basiert unter anderem auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Den Untersuchungen des Ehepaars Papousek zufolge können bei Kindern bereits in der vierten bis sechsten Woche nach der Geburt vier verschiedene Lautäußerungen nachgewiesen werden. Werden diese von den Eltern verstanden und adäquat beantwortet, so entwickelt sich ein harmonischer Zustand, der von Papousek als „intuitive parenting“ bezeichnet wurde. Darin drückt sich ein Signalverständnis aus, das zu einer sicheren Bindung führen kann. Mary Ainsworth hat die Bindungsqualität des Kinds im zweiten Lebensjahr bestimmbar gemacht. Ihr Strange Situation Test machte eine nachvollziehbare Diagnostik der Bindung möglich, wodurch eine standardisierte Behandlung ermöglicht wurde. Im Zusammenhang mit Jugendlichen werden die beiden österreichischen Pädagogen der Zwischenkriegszeit August Aichhorn und Oskar Spiel genannt. Bei allen Unterschieden ist beiden gemeinsam, dass sie das Verständnis des Jugendlichen – auch des dissozialen – vor das Erziehen und vor die Einordnung in die Gesellschaft stellten.
Fußnoten
1
Man beachte die wunderbare Bedeutung des Namens: In der Tat machen Kinderärzte immer so wenig wie möglich, um zu helfen.
 
2
Prof. Dr. H. Rosegger (*1940): Bis 2005 Leiter der Neonatologischen Station an der Univ.-Frauenklinik, Graz.
 
3
Prof. Dr. G. Zobel: emeritierter Leiter der pädiatrischen Intensivstation mit Brandverletzteneinheit, Graz.
 
4
J.J. Rosseau (1712–1778), Emilie oder die Erziehung (1762).
 
5
Ich musste in Mumbai beobachten, wie am Sasoon-Docks-Fischmarkt hunderte Kinder in einer dunklen Halle am schlammigen Boden sitzend Garnelen reinigten und für den Transport bereit machten. Das sind die Kinder, die nicht anders leben können als Charles Dickens Oliver Twist (1837) im Waisenhaus. Sie haben keinen Unterricht, keine Lernchancen und ihr voraussichtlich kurzes Leben wird vor allem unterbezahlte Arbeit kennen.
 
6
Dieses Wort geht auf das 2. Kapitel in Phillipp Ariès Buch (1975 erstmals auf Deutsch erschienen) Geschichte der Kindheit zurück, in der dieser die bildliche Darstellung der Kinder untersucht.
 
8
„Arbeits-“, weil es um das miteinander Arbeiten ging und nicht um das gegeneinander Arbeiten. Arbeiten an sich und an der Gemeinschaft stand im Vordergrund. Menschenbildung statt Ausbildung; Schlagworte, die nichts an Aktualität verloren haben.
 
9
Gegen das Minderwertigkeitsgefühl und das daraus erwachsende Machtstreben, für ein soziales Gewissen, Pflege der Klassengemeinschaft und für Ermutigung und gegen Erniedrigung im Unterricht.
 
Metadaten
Titel
Die leise Stimme des Kinds
verfasst von
Univ.-Prof. Dr. Peter Scheer
Publikationsdatum
10.09.2018
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
Pädiatrie & Pädologie / Ausgabe 5/2018
Print ISSN: 0030-9338
Elektronische ISSN: 1613-7558
DOI
https://doi.org/10.1007/s00608-018-0610-5