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01.04.2014 | Psychiatrie | Ausgabe 2/2014

psychopraxis. neuropraxis 2/2014

Die Hysterie im neuen Gewand und im Wandel der Zeit

Teil II: Nach wie vor müssen wir uns intensiv mit dem Leib-Seele-Problem auseinandersetzen, um mit den Patientinnen und Patienten gemeinsam ein bio-psycho-soziales Modell zu entwickeln

Zeitschrift:
psychopraxis. neuropraxis > Ausgabe 2/2014
Autor:
MAS Mag. Dr. H. Oberlerchner

Zusammenfassung

Klassisch ausgeprägte hysterische Symptome – insbesondere konversionsneurotische Symptome – sind nicht mehr besonders häufig zu sehen. Einerseits hat das allgemeine verbreitete Wissen um die Funktion hysterischer Symptome dazu geführt, dass die dahinter verborgenen Konflikte stärker verdrängt werden, eventuell bis zur Resomatisierung. Andererseits dürften die Betroffenen eher feinere, aber auch diffusere Formen der Symptombildung wählen, wie z. B. unklare Schmerzzustände, Kreislaufstörungen oder Erschöpfungszustände. Insgesamt sind die hysterischen Phänomene nicht seltener, sondern „zeitgemäßer“ und schwerer durchschaubar geworden. Verlässliche epidemiologische Daten sind jedoch schwierig zu erhalten. Grob geschätzt haben 2–6% aller Menschen dissoziative Störungen (ICD-10-Definition). Die histrionische Persönlichkeitsstörung wird mit einer Häufigkeit von 2–3% angegeben. Bei 75 % manifestiert sich die Erkrankung relativ früh, und zwar zwischen dem 17. und 32. Lebensjahr. Das Geschlechtsverhältnis wird mit drei Frauen auf einen Mann angegeben. Zwischen der Erstmanifestation und dem Beginn einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung vergehen im Durchschnitt sieben Jahre.

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