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01.12.2015 | intensiv | Ausgabe 10/2015

ProCare 10/2015

Die Entscheidung bleibt individuell

Frühe parenterale oder enterale Ernährung bei Intensivpatienten

Zeitschrift:
ProCare > Ausgabe 10/2015
Autoren:
Prof. Dr. Uwe Janssens, Prof. Dr. Wilfred Druml
Die enterale Ernährung (EE) soll, wenn immer möglich, vorzugsweise eingesetzt werden. Hier sehen beide Fachgesellschaften einen klaren Vorteil. Ist eine enterale Ernährung nicht möglich oder unzureichend, muss die Indikation zur parenteralen Ernährung (PE) gestellt werden. Die ESPEN-Leitlinien befürworten in dieser Situation einen früheren Einsatz der PE schon nach 24 bis 48 Stunden [ 10], während die ASPEN-Leitlinie hier erst nach sieben Tagen eine Indikation sehen [ 9]. Die wissenschaftliche Evidenz, die einen eindeutigen Vorteil der EE gegenüber der PE belegt, ist allerdings dürftig. Nicht vergessen werden dürfen auch potenzielle Nebenwirkungen. Eine frühe EE kann zu einem erhöhten gastralen Residualvolumen, konsekutiv zu vermehrtem gaströsophagealen Reflux und schließlich zu einer Intoleranz der gastralen enteralen Ernährung führen [ 8]. Eine bakterielle Besiedlung des Magens und das Risiko einer Aspirationspneumonie sind hier ebenfalls zu nennen [ 3], wie eine mögliche Unterernährung. Die PE kann eine Mukosaatrophie begünstigen und zu einer Hyperalimentation der Patienten führen, die mit einer schlechteren Prognose und vermehrten Komplikationen, wie Infektionen, assoziiert ist.
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Jeder Patient, der enteral ernährt werden kann, sollte auch enteral ernährt werden.

Photo: © Mathias Ernert, Deutsches Herzzentrum

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Literatur
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