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Die chronisch insomnische Störung – oft mehr Schlaf als man glaubt!

Ambulantes Therapiemanagement bei chronischer Insomnie

  • 21.07.2025
  • Neurologie
Erschienen in:

Zusammenfassung

Die chronische Insomnie wurde mit der Einführung der ICD-11 im Jahr 2022 als eigenständige Erkrankung anerkannt und stellt somit nicht mehr bloß ein Symptom anderer Störungen (wie z. B. Depressionen) dar. Dies ermöglicht eine gezielte Behandlung auch bei komorbiden Erkrankungen. Epidemiologische Daten zeigen, dass etwa 10 % der Bevölkerung unter anhaltenden Ein- und Durchschlafstörungen leiden, oft begleitet von Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Interessanterweise unterschätzen viele Betroffene ihre tatsächliche Schlafdauer erheblich. Die Diagnostik der chronischen Insomnie kann durch den Einsatz spezieller Verfahren im ambulanten Setting erleichtert werden. Eine Möglichkeit stellt unter anderem die ALiBABA-Checkliste dar, die eine strukturierte Erfassung verschiedener Aspekte der Insomnie ermöglicht und den Insomnia Severity Index (ISI) zur Schweregradbestimmung integriert. Ergänzend wird die ambulante Aktigraphie als Alternative zur Schlaflaboruntersuchung eingesetzt, um über mehrere Nächte hinweg realitätsnahe Schlafdaten zu erfassen. Therapeutisch wird die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) als bevorzugte Maßnahme empfohlen (Evidenzgrad A), während pharmakologische Ansätze wie Benzodiazepine und Z‑Substanzen nur kurzfristig zum Einsatz kommen. Für die Langzeittherapie stehen retardiertes Melatonin (ab 55 Jahren) und die neuen DORAs (Dual Orexin Receptor Antagonists) wie Daridorexant zur Verfügung.
Titel
Die chronisch insomnische Störung – oft mehr Schlaf als man glaubt!
Ambulantes Therapiemanagement bei chronischer Insomnie
Verfasst von
Doz. Dr. Michael Saletu
Dr. Doris Moser
Publikationsdatum
21.07.2025
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
psychopraxis. neuropraxis / Ausgabe 5/2025
Print ISSN: 2197-9707
Elektronische ISSN: 2197-9715
DOI
https://doi.org/10.1007/s00739-025-01100-z
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