Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

02.04.2019 | originalarbeit Open Access

Deskriptive Untersuchung der stationären Aufenthalte von Patienten mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung in Österreich zwischen 2001 und 2016 mit besonderer Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Aufenthaltsdauer

Zeitschrift:
neuropsychiatrie
Autoren:
Marlene Koch, Benjamin Vyssoki, Andreas Wippel, Andrea Gmeiner, Nathalie Pruckner, Raimund Oberndorfer
Wichtige Hinweise
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Hintergrund

Weltweit und insbesondere im stationär-psychiatrischen Setting weist die emotional instabile Persönlichkeitsstörung (EIPS) hohe Prävalenzen auf, die sich hinsichtlich Alter und Geschlecht unterscheiden. Aufgrund des komplexen Krankheitsbildes, wiederholten Aufnahmen und hohen Kosten, wird das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen gestellt.

Methoden

Für die Berechnungen wurden Statistik Austria-Daten der stationären Aufenthalte von Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen unter besonderer Berücksichtigung der EIPS als Hauptentlassungsdiagnose in Österreich im Zeitraum von 2001–2016 verwendet. Eingeschlossen wurden Patienten mit einem Alter über 14 Jahre, Aufnahme an einer psychiatrischen Klinik in der Akutversorgung und maximale Aufenthaltsdauer von 365 Tagen. Alter, Geschlecht und Aufenthaltsdauer wurden mit SPSS® analysiert, in deskriptiver Form ausgewertet und zueinander in Bezug gesetzt.

Ergebnisse

Die Prävalenz der EIPS innerhalb aller psychischen und Verhaltensstörungen betrug 4,0 %. Von allen Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, sowie spezifischen Persönlichkeitsstörungen wies die EIPS die höchste Prävalenz auf (65,3 % und 79,3 %). Circa viermal mehr Frauen (79,8 %) als Männer (20,2 %) wurden stationär behandelt. Die meisten Patienten (23,1 %) wurden im Alter von 20–24 Jahren aufgenommen. Ab 40 Jahren zeigte sich die Aufenthaltszahl deutlich rückläufig. Der größte Männeranteil fand sich mit jeweils 27,0 % bei den über 45-Jährigen und 183–365 Aufenthaltstagen, jener der Frauen zwischen 15–19 Jahren (83,4 %) und 0 bzw. 14–182 Aufenthaltstagen (jeweils 81,4 %). Die mittlere Aufenthaltsdauer betrug für Frauen 13 Tage, für Männer 12 Tage. 11,3 % der Patienten verließen noch am Aufnahmetag die Klinik, 61,2 % wurden 1–13 Tage, 27,2 % 14–182 Tage, und 0,2 % 183–365 Tage behandelt.
Literatur
Über diesen Artikel