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Das Staunen neu lernen

  • 26.01.2026
  • Leben
  • Zeitungsartikel
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Österreich zeigt sich als Kulturnation durch seinen reichhaltigen Ausstellungskalender. Hier stellen wir Ihnen eine ganz persönliche Auswahl vor – Monat für Monat.

Wien, vom Belvedere aus gesehen, Bernardo Bellotto (1759/60), Kunsthistorisches Museum, Wien, Gemäldegalerie.


Das fängt ja gut an. Vor lauter Enthaltsamkeit und guten Vorsätzen hätten wir fast vergessen, warum wir all das auf uns nehmen: abnehmen, sparen, verzichten. Wozu wäre das alles gut, wenn nicht die Kunst die Zusammenhänge des Lebens erklären würde?


Februar. Ferdinand Georg Waldmüller (1793–1865) vermittelt mit seinen Wienerwaldbildern und Ansichten des Salzkammerguts die Sehnsucht des Menschen nach der Natur: im Unteren Belvedere, 27. Februar bis 14. Juni; im Naturhistorischen Museum stellt Fotokünstler Gregor Sailer den Traum des Menschen vom Schlaraffenland, „Cockaigne“ genannt, an den Beginn der gleichnamigen Ausstellung: 10. Februar bis 19. Juli.

Kirsten Justesen: Lunch, 1975/2018, Courtesy Sammlung Verbund, Wien. 


März. Die Foto-Schau „Care matters“ widmet sich der Fürsorge und Pflege: Albertina, Wien, 12. März bis 28. Juni; herausragende Werke von Giovanni Antonio Canal (1697–1768), bekannt als Canaletto, und seinem Neffen Bernardo Bellotto (1721–1780) stehen im Zentrum der Frühjahrsausstellung im Kunsthistorischen Museum: „Canaletto & Bellotto“, 24. März bis 6. September.

Care-Arbeit: They don’t make them like they used to, 2008, Courtesy Sammlung Verbund, Wien


April. Zur Saisoneröffnung am 10. April auf der Schallaburg können Sie getrost Ihre Jogging Highs und den alten Neon-Pulli aus dem Schrank holen. Auf der Renaissance-Burg erwartet Sie in diesem Jahr eine spannende Nostalgiereise: „80er – Grenzen waren gestern“ (bis 15. November); im Naturkundemuseum Graz klären Biologen über das Liebesleben der Pflanzen auf: „Blümchensex“, 24. April bis 12. September.

Blümchensex: Lippenblütler und Hummel.


Mai In früheren Jahrhunderten war medizinische Hilfe auf dem Land oft nur schwer zugänglich, die Bevölkerung vertraute auf das volksmedizinische Wissen und versuchte sich selbst zu kurieren. Zu erleben im Freilichtmuseum Stübing: „Blühende Medizin“, 17. Mai bis 31. Oktober.

GENchangers. Entschlüsselte Geheimnisse aus frühmittelalterlichen Gräberfeldern. Crazy Eye – 3D Studio


Juni. Die Arena-Besetzung im Sommer 1976 gilt in der Geschichte Wiens als verspätetes 68er-Ereignis. Vom 18. Juni bis 27. September lässt sich der Kampf um den Auslandsschlachthof nachvollziehen: „Arena Wien – Jedenfalls ist es Liebe“, im Wien Museum; Hochspannung verspricht die Präsentation im Narrenturm: „Der elektrische Unfall – eine Klasse für sich“, 23. Juni 2026 bis 24. April 2027.

Juli. „Dieser Haderer“ – die Jubiläumsschau. Wo? Karikaturenmuseum Krems. Wann? 18. Juli – 30. Juni 2027.

September. Im Herbst eröffnet das Jüdische Museum mit der Exposition „Heimatlos: Wiener Juden im Exil“: 23. September 2026 bis 4. April 2027.

Oktober. Familienbande im Frühmittelalter waren besonders eng, mussten es sein: „GenChangers“ im NHM, 13. Oktober bis 26. Juli 2027.

November. „Neu. Sachlich. Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre.“ Zu sehen ab 13. November im Leopold Museum in Wien. Die Ausstellung läuft bis 28. Februar 2027.

Dezember. Das Kunsthistorische Museum bereitet sich ab dem Herbst auf den Umbau im kommenden Jahr vor. Die Ausstellung „Bernini. Malerei und Marmor“ findet im Palais Lobkowitz statt: ab 2. Dezember.


Winter-Ausgabe des NHM-Magazins

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Titel
Das Staunen neu lernen
Publikationsdatum
26.01.2026
Bildnachweise
Bild/© KHM-Museumsverband, Bild/© Kirsten Justesen / Bildrecht, Wien 2026, Bild/© Mary Sibande, Bild/© Naturkundemuseum Joanneum, Bild/© Crazy Eye – 3D Studio, Bild, 11266056, 10911967