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COVID-19 in der rheumatologischen Routineversorgung

  • 01.11.2021
  • Originalien
Erschienen in:

Zusammenfassung

Seit dem ersten Fall einer Infektion mit SARS‐CoV‐2 („severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“) und der damit assoziierten COVID-19-Erkrankung („corona virus disease 19“) existiert eine weltweite Pandemie. Diese führt zu anhaltenden, weitreichenden Folgen für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft insgesamt. Unsere Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen galten initial, insbesondere bei bestehender immunsuppressiver und/oder immunmodulatorischer Therapie (DMARD), als hochgefährdet, sich mit SARS‐CoV‐2 zu infizieren. Man nahm an, dass es im Fall einer Infektion zu einem schweren COVID‐19-Verlauf kommen könnte. Die PCR-Diagnostik gilt zwar gemeinhin als Goldstandard zur Frühdiagnose einer aktiven Infektion mit SARS-CoV‑2, es zeigt sich jedoch, dass sie nicht immer zur Diagnosesicherung von COVID-19 als solches gewertet werden sollte. Eine ergänzende Antikörpertestung scheint empfehlenswert und kann bei typischer Symptomatologie auch noch rückwirkend zur Diagnosesicherung Abhilfe schaffen. Dem Anschein nach sind Patienten mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung und unter einer DMARD-Therapie im Fall einer SARS-CoV-2-Infektion nicht grundsätzlich besonders gefährdet. Ob dies an besseren Hygienemaßnahmen oder verstärkten Kontaktbeschränkungen der Patienten mit entzündlich-rheumatischer Grunderkrankung liegt oder ob die laufende DMARD-Therapie einen gewissen Schutz vor einem schweren Verlauf von COVID-19 bietet, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht sagen. Die wichtigen Fragen zur Verträglichkeit und Wirksamkeit der COVID-19-Impfung sind noch nicht zu beantworten. Zusammenfassend besteht weiterhin ein deutlicher Forschungsbedarf, um unsere Patienten besser beraten zu können.
Titel
COVID-19 in der rheumatologischen Routineversorgung
Verfasst von
Dr. med. S. G. Werner
PD Dr. med. H.-E. Langer
Prof. Dr. med. R. Chatelain
Publikationsdatum
01.11.2021
Verlag
Springer Vienna
Erschienen in
rheuma plus / Ausgabe 6/2021
Print ISSN: 1868-260X
Elektronische ISSN: 2191-2610
DOI
https://doi.org/10.1007/s12688-021-00474-3
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