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Rückstich: Doppelt hält besser

 

Rückstichnähte sind ein wichtiger Teil der Chirurgie. Der Vorteil gegenüber der Einzelknopfnaht ist eine gute Adaption der Wundränder sowie eine höhere Stabilität der Wundnaht. Die  vorgestellten Methoden haben ihre Vor- und Nachteile: Je nach Art der Wunde ist die eine besser geeignet als die andere.

Rückstichnähte kommen dann zum Einsatz, wenn etwas mehr Zug am Gewebe gebraucht wird, oder eine etwas tiefere Wunde vorliegt. Ein Klassiker ist hier etwa die Rückstichnaht nach Donati. Dazu wird, wie bei der Einzelknopfnaht, die Nadel auf der dem Chirurgen zugewandten Seite im 90-Grad-Winkel in die Haut eingestochen. Der erste Stich fällt etwas tiefer und weiter weg vom Wundrand aus als bei der Einzelknopfnaht, da der Rückstich später näher an Oberfläche und Wundrand erfolgt. Statt mit der Nadel in der Wunde herauszukommen und erneut im Wundrand einzustechen, kann diese auch direkt durch das Gewebe auf die andere Seite des Wundrands geführt und erst dort angezogen werden. Beim Durchziehen der Nadel und des Fadens ist es wichtig, diese nicht zu weit vorne mit dem Nadelhalter zu fassen, um der Nadelspitze die Schärfe nicht zu nehmen. Anschließend wird in gleicher Weise auf derselben Seite des Wundrandes die Nadel wieder eingestochen, durch das Gewebe auf die andere Seite der Wunde geführt und der Faden anschließend verknüpft. Die Haut wird bei einem Rückstich nach Donati also viermal möglichst exakt auf einer Linie mit der Nadel penetriert – was gleichzeitig den größten Nachteil darstellt. Denn bei stärkerem Nahtmaterial kann das häufigere Durchstoßen der Haut das kosmetische Ergebnis negativ beeinflussen. 

Die Rückstichnaht nach Allgöwer, eine Abwandlung der Donati-Methode, geht diesem Problem mit einem einfachen Trick aus dem Weg. Anstatt auf der gegenüberliegenden Seite des Wundrands wieder aus- und einzustechen, wird die Nadel intrakutan, also unterhalb der Epidermis mittels Rundstich zurückgeführt. Das kosmetische Ergebnis ist damit in der Regel besser, der Halt dafür aber weniger fest als bei Einzelknopfnaht und Donati-Rückstich. 

Eine weitere Möglichkeit ist die (modifizierte) horizontale Matratzennaht: Hierbei sind die Einstiche nicht in einer Linie, sondern in einem Viereck angeordnet.

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