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14.05.2018 | Cannabinoidtherapie | Pharma News | Onlineartikel | Bionorica ethics

ÖSG-geprüft: Cannabinoide im klinischen Einsatz

Die österreichische Schmerzgesellschaft ÖSG widmete sich ebenfalls dem Schwerpunktthema Cannabinoide. Das hochrangige Expertenteam, Prim. Univ.-Prof. Dr. Lampl, Univ.-Prof. Dr. Donnerer, Univ.-Prof. Dr. Herbert, Prim. Univ.-Prof. Dr. Aigner, OA Dr. Jaksch und Prim. Univ.-Prof. Dr. Likar, fasste im Rahmen des „Positionspapier der ÖSG zum klinischen Einsatzvon Cannabinoiden in der Schmerzmedizin“, Erkenntnisse zur Therapie und zum Schmerz-Management mit Cannabonoiden qualitativ verdichtet und mit zentralen Aussagen zusammen. Empfehlungen und Statements, die hier auszugsweise abgebildet sind, sind Resultat eines Expertenmeetings des hochkarätigen Expertenteams:

Dronabinol ist in einigen Ländern (USA, Belgien) mit definierten Indikationen zugelassen, in Österreich allerdings als magistrale Zubereitung bei verschiedensten Symptomen als Add-on Medikation einsetzbar.

Für Dronabinol wurden von der ÖSG folgende Indikationsstellungen empfohlen:

  • Appetitlosigkeit bei HIV/AIDS-Patienten 
  • Nausea assoziiert mit Chemotherapie

Weitere gut untersuchte Anwendungsgebiete: 

  • Therapie von chronischen Schmerzen, speziell bei neuropathischen Schmerzen und Schmerzen im Rahmen einer bestehenden MS-Erkrankung
  • Add-on zur Opioid-Therapie bei Krebspatienten
  • Fibromyalgie mit Besserungen bei Schmerz, Fatigue, Depression, Schlafqualität (Anwendungsbeobachtung)
  • Muskelentspannende Wirkung (antispastisch) bei Multipler Sklerose mit therapieresistenter Spastik; jedoch geringe Evidenz für eine muskelentspannende Wirkung bei anderen Erkrankungen mit erhöhtem Muskeltonus wie spastische Querschnittslähmung
  • Appetitanregende Wirkung insbesondere bei Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit im Rahmen von Krebserkrankungen

Typischer Therapieeinsatz von Cannabinoiden:

  • Tumorschmerztherapie, Palliativmedizin: als Add-on zu Opioiden 
  • Multiple-Sklerose-Patienten mit Spastik-assoziierten Schmerzen: als Add-on zu anderen muskelrelaxierenden Medikamenten 
  • Chronische nozizeptive und neuropathische Schmerzen: Nach Ausschöpfung der betreffenden mechanismus-orientierten Eskalationstherapieschemata (sowohl medikamentös wie auch invasiv und nicht-medikamentös), und wenn die Schmerzsituation fachlich nachvollziehbar und schlüssig ist, können Cannabinoide als Zweit-/Drittlinientherapie als Add-on verordnet werden
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