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12.03.2021 | Beste Gesundheit | Onlineartikel | ARGE Beste Gesundheit

Burnout bei Ärzten

Autor:
Prim. Dr. med. univ. Stilling Hanspeter

Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie der Universitätsklinik für Psychiatrie der Medizinischen Universität Graz im Auftrag der Österreichischen Ärztekammer, welche 2011 unter Leitung von Univ. Prof. Dr. Peter Hofmann als Onlineumfrage durchgeführt wurde, geben Grund zur Sorge.  Rund 54 Prozent der befragten Ärzte befinden sich bereits in unterschiedlichen Phasen von Burnout, ein Drittel davon sogar in einem behandlungsbedürftigen Stadium. Zum Vergleich: die Zahl bei Richtern und im Bereich der Wirtschaftstätigen fällt dabei mit rund 40 Prozent deutlich niedriger aus.

Emotionale Erschöpfung bei der Arbeit, reduzierte Leistungsfähigkeit, unterschiedliche somatische Symptome (wie etwa Müdigkeit, Kopfschmerz, Verdauungsbeschwerden oder Schwindel, Schlaf-, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, innere Unruhe und emotionale Erschöpfungszustände sowie soziales Rückzugsverhalten, Entfremdung bis hin zu zynischer Einstellung gegenüber der Arbeit (Depersonalisation)) werden zunehmend von immer mehr Ärzten beschrieben.

Eine 2007 durchgeführte Umfrage der niederösterreichischen Ärztekammer ergab, dass sich rund 70 Prozent der Ärzte ausgebrannt fühlten. Diese Zahlen verdeutlichen die überdurchschnittliche Gefährdung im Vergleich zu anderen hoch belastenden Berufen. Schlechtere Kommunikation mit Patienten und Patientinnen, erhöhte Fehleranfälligkeit und eine verminderte Effizienz konnten durch bereits durchgeführte Studien belegt werden. Als Ursachen für das erhöhte Burnout-Risiko unter Ärzten werden die Verantwortung für das Leben der Patienten und Patientinnen, die lange Studiendauer, überlange Dienstzeiten, Nachtdienste, Personalmangel, hohes Arbeitsaufkommen, Zeitdruck sowie erhöhter administrativer Aufwand beschrieben.

Was kann der Einzelne gegen das Burnout tun?

Die Änderung des Arbeitszeitgesetzes war ein wichtiger Schritt von Seiten des Gesetzgebers. Die Spitalserhalter können dem drohenden Burnout der angestellten Ärzte nun entgegenwirken, indem sie Erholungsmöglichkeiten schaffen, Räume für Ruhe und Rückzug konzipieren und Supervisionen sowie Entspannungseinheiten anbieten.

Wichtig ist es, selbstachtsam und selbstfürsorglich zu sein, auf die richtige Work-Life Balance zu achten, sich Zeit für Familie, Freunde und Hobbies zu nehmen, aber auch sich abzugrenzen und Nein zu sagen. Nehmen Sie dabei die eigenen Bedürfnisse sowie Belastungsgrenzen wahr!  Sehr viel kann auch durch einen Ortswechsel erreicht werden.

Im Gesundheitsresort Königsberg in Bad Schönau können Ärzte nicht nur Abstand gewinnen, sondern loslassen und im Rahmen von Rehabilitations- und Kuraufenthalten eine mehrwöchige Auszeit nehmen.

Angeboten werden unter anderem Entspannungs- und Bewegungstherapien, Massagen, Ergotherapie, Lichttherapie, Kreativ- und Musiktherapie, Gartentherapie sowie Malen und Töpfern. In psychiatrischen und psychotherapeutischen Einzel- und Gruppentherapien lernen Betroffene dysfunktionale Verhaltensmuster und Gedanken zu erkennen und zu modifizieren. In Fachvorträgen wird ein besseres Verständnis für Burnout vermittelt. Denn nur wer selbst Energie hat, kann auch anderen helfen!

Mehr Informationen zum Gesundheitsresort Königsberg Bad Schönau:

www.gesundheitsresort-koenigsberg.at

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